Paukenschlag in Zürich: CFO Evie Kostakis verlässt Julius Bär

Wechsel im Finanzressort von Julius Bär: CFO Evie Kostakis tritt zurück. CEO Stefan Bollinger würdigt ihre 13-jährige Erfolgsgeschichte und den Beitrag zur strategischen Neuausrichtung. Alles zur Nachfolgeplanung.

Harry Dörsam

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Veröffentlicht am

13.4.26

um

12:17

Uhr

Paukenschlag in Zürich: CFO Evie Kostakis verlässt Julius Bär

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Julius Bär

Die Führungsebene der Schweizer Traditionsbank Julius Bär kommt nicht zur Ruhe. Wie das Institut am Freitag im Rahmen einer Ad-hoc-Mitteilung bekannt gab, wird Finanzchefin Evie Kostakis von ihrer Funktion zurücktreten. Nach über einem Jahrzehnt im Dienst der Bank und einer zentralen Rolle in der strategischen Neuausrichtung sucht die Top-Managerin eine neue internationale Herausforderung. Damit verliert der neue CEO Stefan Bollinger eine seiner wichtigsten Stützen.

Es ist eine Personalie mit Signalwirkung für den Finanzplatz Zürich: Evie Kostakis, seit 2022 Chief Financial Officer (CFO) der Julius Bär Gruppe, verlässt das Unternehmen. Der Rückzug erfolgt nach einem geordneten Übergabeprozess, der für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen ist. Um Kontinuität zu wahren, wird Kostakis der Bank bis Ende des Jahres erhalten bleiben, während die Suche nach einer Nachfolge bereits auf Hochtouren läuft.

Kostakis galt innerhalb der Bank als Architektin der finanziellen Stabilität und Effizienz. In einer Phase, die durch geopolitische Verwerfungen und regulatorischen Druck geprägt war, sicherte sie die Kapitalbasis des Wealth Managers und trieb die digitale Transformation im Finanzressort voran.

Strategische Optimierung und operative Effizienz

In ihren insgesamt 13 Jahren bei Julius Bär, davon die letzten sechs in der erweiterten Finanzleitung, hat Kostakis tiefe Spuren hinterlassen. Unter ihrer Ägide wurde nicht nur das Finanzierungsprofil der Gruppe diversifiziert, sondern auch eine leistungsstarke Finanzorganisation aufgebaut, die den steigenden Anforderungen an das Reporting und die Transparenz gerecht wurde.

Besonders hervorzuheben ist ihr Beitrag zur strategischen Optimierung der globalen Präsenz. In einem Marktumfeld, in dem Effizienz zur Überlebensfrage wurde, gelang es ihr, die operativen Abläufe zu straffen, ohne die Wachstumsambitionen im Kerngeschäft Wealth Management zu gefährden.

Würdigung durch CEO Stefan Bollinger

Für den erst kürzlich angetretenen CEO Stefan Bollinger bedeutet der Abgang von Kostakis den Verlust einer erfahrenen Sparringspartnerin. Bollinger unterstrich in seinem Statement die Bedeutung der scheidenden CFO für die Neuausrichtung des Hauses:

„Ich danke Evie Kostakis für ihre Führung und ihr unermüdliches Engagement für unser Unternehmen. Während ihrer 13 Jahre bei Julius Bär, davon die letzten sechs zunächst als stellvertretender CFO und seit 2022 als CFO der Gruppe, hat sie massgebend dazu beigetragen, unsere Präsenz strategisch zu optimieren, unsere operative Effizienz zu steigern und unsere Investorenbasis zu stärken.“

Bollinger hob zudem hervor, dass Kostakis' Führung entscheidend war, um Julius Bär im Hinblick auf langfristigen Erfolg neu aufzustellen. „Persönlich bin ich Evie Kostakis sehr dankbar für ihre Unterstützung und Impulse seit meinem Eintritt bei Julius Bär. Im Namen der Geschäftsleitung sowie des Verwaltungsrates danke ich ihr und wünsche ihr alles Gute für den nächsten Schritt“, so der CEO weiter.

Weichenstellung für das „Post-Kostakis“-Zeitalter

Der Rücktritt von Evie Kostakis erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Julius Bär nach den Turbulenzen der jüngeren Vergangenheit – insbesondere im Zusammenhang mit dem Signa-Exposure – verstärkt auf Stabilität und Vertrauensbildung setzt. Dass der Nachfolgeprozess bereits eingeleitet wurde, deutet darauf hin, dass der Verwaltungsrat keine Vakanz im kritischen Finanzressort riskieren möchte.

Für Beobachter des Schweizer Bankenmarktes stellt sich nun die Frage, ob Julius Bär erneut auf eine interne Lösung setzen wird oder ob ein externer Kandidat die Aufgabe übernimmt, die finanzielle Schlagkraft der Bank unter der Führung von Stefan Bollinger weiter auszubauen. Klar ist: Die Fußstapfen, die Kostakis hinterlässt, sind groß, und ihre Nachfolge wird sich an der von ihr etablierten operativen Exzellenz messen lassen müssen.

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