Neuer Krypto-Riese in Europa: Boerse Stuttgart Digital und das Handelshaus Tradias planen einen Zusammenschluss. Die neue Einheit bündelt das Geschäft von Großbanken und Neobrokern und deckt die gesamte Krypto-Wertschöpfungskette ab.

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Börse Stuttgart
Auf dem europäischen Kryptomarkt bahnt sich ein großer Zusammenschluss an. Die Krypto-Sparte der Börse Stuttgart (Boerse Stuttgart Digital) und das Frankfurter Handelshaus Tradias wollen ihre Kräfte bündeln. Ziel der Fusion ist es, unter dem Dach der Stuttgarter Börsengruppe einen neuen europäischen Branchenführer für die Infrastruktur von Digitalwährungen zu schaffen. Wenn die Aufsichtsbehörden zustimmen und die Verhandlungen erfolgreich enden, soll der Deal in der zweiten Jahreshälfte 2026 über die Bühne gehen.
Die beiden Partner ergänzen sich laut eigenen Angaben hervorragend. Während die Börse Stuttgart Digital bereits Lizenzen als Kryptoverwahrer, Makler und Handelsplatz besitzt, bringt Tradias viel Erfahrung im Handel und in der Preisstellung (Market-Making) mit. Zusammen entsteht ein Anbieter, der die gesamte Palette abdeckt – vom reinen Brokerage über die sichere Verwahrung bis hin zu Dienstleistungen wie Staking oder dem Umgang mit tokenisierten Vermögenswerten.
In der neu formierten Einheit sollen künftig rund 300 Beschäftigte arbeiten. Geleitet wird das Unternehmen von einem gemeinsamen Management-Team mit Hauptsitzen in Frankfurt und Stuttgart. Geplant ist ein voll regulierter "One-Stop-Shop", bei dem große Finanzinstitute alle nötigen Krypto-Dienstleistungen aus einer Hand bekommen, um diese wiederum ihren eigenen Kunden sicher anbieten zu können.
Durch die Fusion kommt ein beachtlicher Kundenstamm zusammen. Die Börse Stuttgart Digital betreut bereits Schwergewichte wie die italienische Großbank Intesa Sanpaolo sowie die beiden größten deutschen Bankengruppen im Privatkundengeschäft: die DZ Bank für die Genossenschaftsbanken und die DekaBank für die Sparkassen. Tradias steuert auf der anderen Seite ein Portfolio mit großen Online-Brokern wie flatexDEGIRO, dem Neobroker Trade Republic sowie Dienstleistern wie der dwpbank und verschiedenen staatlichen Institutionen bei.
Die Verantwortlichen sehen in dem Schritt eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft. Matthias Voelkel, der Chef der Boerse Stuttgart Group, erklärte, man treibe damit die Entwicklung und Konsolidierung des europäischen Kryptomarkts aktiv voran. Er betonte, man wolle die Weichen für weiteres Wachstum stellen und die „europäische Führungsposition im Digital- und Kryptogeschäft ausbauen“.
Auch aufseiten von Tradias ist die Zuversicht groß. Gründer Christopher Beck sieht in der Fusion den nächsten konsequenten Schritt der Unternehmensentwicklung nach einer Phase starken Wachstums in den vergangenen Jahren. Tradias-CEO Michael Reinhard fügte hinzu, dass man durch die Bündelung der Kräfte einen neuen europäischen Champion schaffe. Dieser vereine die komplette Wertschöpfungskette und sorge für „deutlich größere Reichweite, strategische Tiefe und Gestaltungskraft für die weitere Marktkonsolidierung“.

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