Später Einstieg beim Euro-Bezahldienst: Die Commerzbank beendet ihr Zögern und schließt sich Wero an. CEO Bettina Orlopp begründet die Kehrtwende mit der besseren Finanzlage und der internationalen Ausweitung des Dienstes.

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Wero
Lange hat sie gezögert, nun ist die Entscheidung gefallen. Die Commerzbank wird Teil des europäischen Bezahldienstes Wero. Das bestätigte Konzernchefin Bettina Orlopp am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz.
Man habe im Vorstand entschieden, bei dem Projekt mitzumachen. Aktuell liefen Gespräche darüber, wann und wie die Einführung für die Kunden genau erfolgen soll. Damit vollzieht Deutschlands zweitgrößte Privatbank eine strategische Kehrtwende, denn bisher stand das Institut als einziger großer Akteur am deutschen Markt abseits.
Für die Macher von Wero ist das ein wichtiger Sieg. EPI-Chefin Martina Weimert sprach von einem bedeutenden Schritt, der die Reichweite im Markt vergrößere. Auch die Targobank wolle folgen.
Dass die Commerzbank ihre Meinung geändert hat, liegt laut Insidern an mehreren Faktoren. Zum einen steht das Geldhaus finanziell deutlich stabiler da als noch zum Start des Projekts und kann sich die Investition nun eher leisten. Zum anderen wollte man nach dem Flop des Vorgängers Paydirekt erst einmal abwarten, wie sich Wero entwickelt. Überzeugt hat die Frankfurter wohl auch die kürzlich verkündete Kooperation mit Zahlungsdiensten in Südeuropa und Skandinavien. Das entkräftet das Argument, Wero sei international kaum nutzbar.
Grundsätzlich unterstützt die Commerzbank das Ziel, eine europäische Alternative zu US-Riesen wie Paypal oder Visa aufzubauen. Viele Banker nutzen Wero zudem als Argument, dass ein staatlicher digitaler Euro eigentlich überflüssig sei. Wero selbst steckt im Online-Handel noch in den Kinderschuhen. Zwar sind laut Weimert mittlerweile 185 Händler angebunden, die ganz großen Namen fehlen aber noch. Parallel dazu treibt die EZB den digitalen Euro voran, der erst diese Woche politische Rückendeckung aus dem EU-Parlament erhielt.

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