ABN Amro schüttet kräftig aus: Gewinnsprung im vierten Quartal

Solides Schlussquartal für ABN Amro: Die niederländische Bank erzielt 410 Millionen Euro Gewinn und erhöht die Ausschüttungen an die Aktionäre massiv. Gleichzeitig schreitet der Stellenabbau voran – 1.500 Jobs fielen 2025 weg.

Harry Dörsam

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Harry Dörsam

Veröffentlicht am

11.2.26

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22:14

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ABN Amro schüttet kräftig aus: Gewinnsprung im vierten Quartal

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ABN AMRO

Die niederländische Großbank ABN Amro hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem soliden Ergebnis beendet. Im vierten Quartal verbuchte das Institut einen Nettogewinn von 410 Millionen Euro. Damit summierte sich die Eigenkapitalrendite für das Gesamtjahr auf 8,7 Prozent. Die Bank profitiert weiterhin von einem robusten Hypothekenmarkt und Zuwächsen in der Vermögensverwaltung, treibt aber gleichzeitig ihren strikten Sparkurs voran.

Geldregen für die Aktionäre

Die Eigentümer der Bank können sich über eine üppige Kapitalrückgabe freuen. Der Vorstand schlägt eine Schlussdividende von 0,70 Euro je Aktie vor. Zusätzlich plant das Institut eine Sonderausschüttung von insgesamt 500 Millionen Euro. Diese soll je zur Hälfte aus einer Barzahlung und einem Aktienrückkaufprogramm bestehen.

Rechnet man alle Maßnahmen zusammen, schüttet ABN Amro damit rund 87 Prozent des Jahresgewinns an seine Investoren aus. Die harte Kernkapitalquote (CET1) liegt zum Jahresende bei komfortablen 15,4 Prozent, wobei die geplante Übernahme der NIBC Bank bereits berücksichtigt ist.

Wachstum bei Hypotheken und Vermögen

Operativ lief es vor allem im Kreditgeschäft gut. Trotz globaler Unsicherheiten blieb der niederländische Markt stabil. ABN Amro konnte seinen Marktanteil bei neuen Wohnbauhypotheken im vierten Quartal auf 21 Prozent steigern.

Auch im Wealth Management, der Verwaltung großer Vermögen, verzeichnete die Bank Zuflüsse. Die verwalteten Kundengelder stiegen um 5,1 Milliarden Euro auf nunmehr über 283 Milliarden Euro.

Harter Sparkurs kostet Tausende Jobs

Die Kehrseite der Medaille ist ein massiver Umbau der Belegschaft. Um die Kostenbasis nachhaltig zu senken, hat die Bank im Jahr 2025 die Zahl der Vollzeitstellen um rund 1.500 reduziert. Allein im letzten Quartal fielen 580 Jobs weg. Das ist jedoch erst der Anfang: Bis zum Jahr 2028 sollen insgesamt 5.200 Stellen gestrichen werden. Die Bank liegt damit im Zeitplan, etwa 30 Prozent des geplanten Abbaus sind nun erledigt. Die Kosten blieben 2025 am unteren Ende der eigenen Prognose.

Prominente Namen für den Aufsichtsrat

Auch an der Spitze des Kontrollgremiums stehen Veränderungen an. Michiel Lap soll nach der Hauptversammlung im April den Vorsitz des Aufsichtsrats übernehmen und folgt auf Tom de Swaan, der das Gremium fast acht Jahre leitete.

Zudem wurde mit Jean-Pierre Mustier ein Schwergewicht der europäischen Bankenszene für den Aufsichtsrat nominiert. CEO Marguerite Bérard blickt optimistisch auf das Jahr 2026 und sieht die Bank strategisch auf Kurs, auch wenn die geplante Integration der NIBC Bank noch bevorsteht.

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