Trendwende bestätigt: Deutsche Immobilien verteuerten sich 2025 um 4,0 Prozent. Vor allem in Frankfurt ziehen die Preise kräftig an. Der Verband der Pfandbriefbanken fordert nun staatliche Bürgschaften für mehr Neubau.

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Der deutsche Immobilienmarkt hat seine Talsohle endgültig durchschritten. Wie der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) meldet, stiegen die Preise für Immobilien im Jahr 2025 um durchschnittlich 4,0 Prozent. Damit beschleunigt sich der Aufwärtstrend, nachdem es im Vorjahr nur ein leichtes Plus von 1,8 Prozent gab. Der Index, der auf echten Transaktionsdaten von über 700 Banken basiert, verzeichnete in allen vier Quartalen Zuwächse.
Besonders deutlich wird die Entwicklung beim Wohnen. Hier kletterten die Preise um 4,2 Prozent. Wer in Mehrfamilienhäuser investierte, sah sogar einen Wertzuwachs von 5,3 Prozent. Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen legten mit 3,0 Prozent etwas moderater zu. Auch Gewerbeimmobilien wie Büros und Einzelhandelsflächen zogen mit einem Plus von 3,5 Prozent nach.
Jens Tolckmitt, der Hauptgeschäftsführer des vdp, ordnet die Zahlen nüchtern ein: „Nach der abrupten Zinswende hat der Immobilienmarkt in Deutschland seine Erholungsphase im Jahr 2025 fortgesetzt. Die Preise steigen stetig, jedoch deutlich weniger dynamisch als in der Niedrigzinsphase.“ Die Knappheit an Wohnraum bleibe jedoch das zentrale Problem, weshalb auch die Mieten bei Neuverträgen weiter steigen – zuletzt um 3,5 Prozent.
In den sieben größten deutschen Städten (Top 7) fällt der Preisanstieg noch deutlicher aus als im Bundesdurchschnitt. Hier verteuerten sich Wohnungen um 4,7 Prozent. Spitzenreiter ist die Bankenmetropole Frankfurt am Main mit einem Plus von 5,7 Prozent. Am unteren Ende der Skala liegt Stuttgart mit 2,2 Prozent.
Der Verband richtet angesichts der anhaltenden Wohnungsnot klare Forderungen an die Politik. „Eine der politischen Prioritäten im Jahr 2026 muss die Schaffung von Wohnraum zu bezahlbaren Preisen sein“, so Tolckmitt. Er lobt zwar den „Bau-Turbo“ der neuen Bundesregierung als richtigen Impuls, sieht aber noch Handlungsbedarf bei der Finanzierung.
Tolckmitt schlägt vor, dass der Staat Bürgschaften für den Neubau übernimmt. Da die Ausfallraten bei Wohnkrediten historisch niedrig seien, wäre das Risiko für die Staatskasse gering, der Effekt für den Markt aber groß. Dies könnte die Darlehenskosten senken und den Neubau wieder wirtschaftlich attraktiv machen. Zudem plädiert der Verband für eine Senkung der Kaufnebenkosten, um mehr Menschen den Weg ins Wohneigentum zu ebnen.

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Später Einstieg beim Euro-Bezahldienst: Die Commerzbank beendet ihr Zögern und schließt sich Wero an. CEO Bettina Orlopp begründet die Kehrtwende mit der besseren Finanzlage und der internationalen Ausweitung des Dienstes.

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