Hamburg Commercial Bank übertrifft Erwartungen im Transformationsjahr

Erfolgreicher Umbau: Die Hamburg Commercial Bank (HCOB) steigert ihren Vorsteuergewinn 2025 auf 289 Millionen Euro. Ein rigoroser Sparkurs und der strategische Abbau von Randbereichen federn die aktuelle Schwäche im Immobilienmarkt ab.

Harry Dörsam

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Harry Dörsam

Veröffentlicht am

13.2.26

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10:42

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Hamburg Commercial Bank übertrifft Erwartungen im Transformationsjahr

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HCOB

Die Hamburg Commercial Bank (HCOB) hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem kräftigen Gewinnsprung vor Steuern abgeschlossen. Das Institut erwirtschaftete ein Vorsteuerergebnis von 289 Millionen Euro, was einer Steigerung von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Unter dem Strich fiel der Nachsteuergewinn mit 165 Millionen Euro zwar niedriger aus als im Vorjahr, was jedoch primär auf bilanzielle Steuereffekte sowie das steuerliche „Investitionssofortprogramm Deutschland“ zurückzuführen war.

CEO Luc Popelier zeigte sich hochzufrieden mit der Entwicklung und erklärte:

„Für die Hamburg Commercial Bank stand das Jahr 2025 im Zeichen ihrer strategischen Fokussierung, bei der wir schneller als erwartet vorangekommen sind.“

Er betonte zudem: „Trotz einmaliger Belastungen infolge der Geschäftsanpassungen liegt das Ergebnis über unseren Erwartungen – das ist für uns Bestätigung und Ansporn zugleich.“

Radikaler Konzernumbau zeigt Wirkung

Die erfreulichen Zahlen resultieren aus einem konsequenten Umbau des Geschäftsmodells. Die HCOB konzentriert sich nunmehr auf vier Kernbereiche: Unternehmenskunden (Corporates), Projektfinanzierungen, Schiffsfinanzierungen (Shipping) sowie das inländische Immobiliengeschäft. Randbereiche wurden zügig abgestoßen, wobei die nicht-strategischen Portfolios um fast 60 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro eingedampft wurden. Ein wichtiger Schritt in diesem Prozess war der vollständige Verkauf des Bereichs Luftfahrtfinanzierung (Aviation) im Oktober 2025.

Dieser Schrumpfungskurs spiegelt sich auch in der Bilanzsumme wider, die planmäßig von 33,6 auf 28,6 Milliarden Euro sank. Ein positiver Nebeneffekt dieser Entwicklung war der deutliche Rückgang der risikogewichteten Aktiva (RWA) von 18,2 auf 13,1 Milliarden Euro. Damit verfügt die Bank mit einer harten Kernkapitalquote von 16,5 Prozent weiterhin über ein überaus solides Sicherheitspolster. Für die Aktionäre zahlt sich dies durch eine geplante Dividende von 4,16 Euro je Aktie aus.

Markteinwertung: Resilienz im schwierigen Umfeld

Die strategische Neuausrichtung kommt für das Institut genau zur rechten Zeit. Die gesamte deutsche Bankenbranche leidet derzeit unter der anhaltenden Schwäche am Immobilienmarkt, wovon auch Projektentwickler und gewerbliche Bestandshalter stark betroffen sind. Auch die Hamburger mussten in diesem Segment Tribut zollen und die Risikovorsorge entsprechend auf 109 Millionen Euro erhöhen.

Dennoch ist es der Bank gelungen, das Volumen der ausfallgefährdeten Kredite (NPL) durch aktives Management um 17 Prozent auf 540 Millionen Euro zu drücken, womit die NPL-Quote bei stabilen 3,3 Prozent verharrt. Dies belegt die zunehmende Resilienz des Geldhauses in einem makroökonomisch fragilen Umfeld. Dass die HCOB gleichzeitig die operativen Sachkosten weiter senken konnte, gleicht den einmaligen Aufwand für den fortgeführten Stellenabbau auf künftig 732 Vollzeitkräfte teilweise aus.

Ausblick auf 2026

Für die Zukunft sieht sich das Management durch das konsequente De-Risking bestens gerüstet. CEO Popelier ist überzeugt: „Mit dem geschärften Geschäftsmodell und den langfristigen Kundenbeziehungen ist die HCOB sehr gut aufgestellt, um weiterhin profitabel in ihren Kerngeschäftsfeldern zu wachsen.“

Ein neuer strategischer Hebel soll im ersten Quartal 2026 mit der Einführung einer digitalen Plattform für Privatkundeneinlagen gezogen werden, um die Refinanzierungsbasis weiter zu diversifizieren. Für das laufende Gesamtjahr peilt die Bank ein Vorsteuerergebnis von rund 300 Millionen Euro an.

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