Die Immobilienkrise zwingt die Privatbank Donner & Reuschel zu einer harten Zäsur. Neben einem spürbaren Stellenabbau und der Halbierung der Geschäftsbereiche muss das Institut einen zweistelligen Millionenverlust verdauen, der durch faule Kredite ausgelöst wurde.

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Donner & Reuschel
Die anhaltende Flaute am Immobilienmarkt fordert ein weiteres prominentes Opfer im Bankensektor. Das traditionsreiche Bankhaus Donner & Reuschel, eine Tochtergesellschaft des Signal-Iduna-Konzerns, verordnet sich nach massiven Wertberichtigungen ein striktes Sanierungsprogramm. Wie aus einem Exklusivbeitrag der „Börsen-Zeitung“ hervorgeht, schrumpft das Institut seine bisher sechs Geschäftssegmente auf nur noch drei zusammen.
Auch die Belegschaft bleibt von den Einschnitten nicht verschont: Innerhalb der nächsten drei bis vier Jahre soll rund jeder zehnte Arbeitsplatz wegfallen, sodass am Ende noch etwa 500 Mitarbeiter für die Privatbank tätig sein werden.
Hintergrund dieser radikalen Schrumpfkur ist eine verheerende Jahresbilanz. Vorstandssprecher Horst Schmidt musste für das abgelaufene Jahr 2024 einen Vorsteuerverlust von 18 Millionen Euro einräumen. Der wesentliche Treiber für dieses Minus war das stark belastete Immobilienkreditbuch des Hauses.
Um die ausfallgefährdeten Engagements abzufedern, sah sich die Bank gezwungen, eine gewaltige Risikovorsorge von satten 60 Millionen Euro zu bilden. Bereits im Vorfeld musste die Muttergesellschaft Signal Iduna einspringen und die Kapitalrücklage der Bank mit einer Finanzspritze von 50 Millionen Euro stützen, um die Basis zu stabilisieren. Weitere Kapitalmaßnahmen seien laut Schmidt seit dem Jahr 2023 jedoch ausgeblieben.
Um das Ruder herumzureißen und das Geschäftsmodell zukunftsfähig aufzustellen, fließen in den kommenden zwei Jahren 15 Millionen Euro gezielt in die Digitalisierung und die Automatisierung von Prozessen. Durch diese Investitionen in die Skalierbarkeit peilt das Management deutlich verbesserte Finanzkennzahlen an: Die Aufwand-Ertrag-Relation soll von aktuell rund 80 Prozent auf effizientere 65 Prozent gedrückt werden. Bis zum Jahr 2028 strebt Donner & Reuschel zudem wieder eine Eigenkapitalrendite von über zehn Prozent an.
Die harte Umstrukturierung bei Donner & Reuschel ist ein ungeschönter Beleg dafür, dass auch elitäre Privatbanken vor den toxischen Folgen der Immobilienkrise nicht gefeit sind. Der gezielte Abbau von riskanten Kreditbeständen hat zwar laut Unternehmensangaben die regulatorischen Kennziffern verbessert und so strategischen Handlungsspielraum für die Neuausrichtung geschaffen.
Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack: Die Bank hüllt sich traditionell in Schweigen, wenn es um die genaue Rentabilität der vergangenen Jahre geht, und auch der finale Geschäftsbericht für 2024 liegt bislang nicht vor. Wenn der nun angestoßene radikale Umbau gelingen und das Vertrauen des Marktes in die langfristigen Renditeziele zurückkehren soll, wird das Bankhaus künftig deutlich transparenter kommunizieren müssen.
Abzuwarten bleibt, wie der Mutterkonzern Signal Iduna auf möglicherweise noch folgende Kosten im Zuge der strategischen Umstrukturierung reagiert. Das Bekenntnis zur Privatbank ist da, allerdings dürfte auch dieses Bekenntnis bei anhaltender Spannung ein Ablaufdatum mitbringen.

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