Die LBS Landesbausparkasse Süd profitiert im Geschäftsjahr 2025 massiv von der Zinswende: Das bewilligte Volumen an Bauspardarlehen hat sich innerhalb von drei Jahren nahezu verdreifacht.

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LBS Süd
Die LBS Landesbausparkasse Süd blickt auf ein äußerst erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück, in dem das klassische Bauspardarlehen ein bemerkenswertes Comeback feierte. Während das allgemeine Marktumfeld durch eine schwache Baukonjunktur geprägt war, konnte die größte deutsche Landesbausparkasse ihr Finanzierungsneugeschäft auf rund 3,2 Milliarden Euro steigern. Besonders auffällig ist dabei die Entwicklung der Bauspardarlehen, deren Volumen sich in den vergangenen drei Jahren annähernd verdreifacht hat und 2025 einen Stand von knapp 1,8 Milliarden Euro erreichte.
Vorstandsvorsitzender Stefan Siebert sieht darin den Kernnutzen des Modells bestätigt:
„Unsere Kundinnen und Kunden profitieren von fixen Darlehenszinsen, die deutlich unterhalb des erhöhten Zinsniveaus liegen“
Das vorläufige Betriebsergebnis der Bank kletterte parallel dazu von 55 Millionen auf knapp 100 Millionen Euro. Dieser Sprung resultiert laut Institut primär aus einem gestiegenen Zinsüberschuss, obwohl das Jahr durch Sonderbelastungen wie das Onboarding bei der EZB-Aufsicht und die technische Fusion geprägt war.
Ein historischer Meilenstein war die technische Zusammenführung der Bausparbestände der Vorgängerinstitute LBS Südwest und LBS Bayern. Im Rahmen der größten technischen Fusion der LBS-Geschichte wurden die Daten von 2,6 Millionen Kunden mit 3,6 Millionen Verträgen reibungslos in ein gemeinsames System überführt. Für die Zukunft setzt das Haus verstärkt auf KI-gestützte Prozesse, um die Kundenbetreuung und das Dokumentenmanagement weiter zu optimieren.
Interessante Einblicke liefert die Statistik zur Verwendung der Kredite: Rund 45 Prozent des Volumens entfielen auf die Entschuldung, gefolgt vom Immobilienkauf (30 Prozent). Der Neubauanteil lag aufgrund der anhaltenden Zurückhaltung in der Branche bei lediglich sechs Prozent. Stattdessen gewinnt die energetische Modernisierung an Bedeutung; hierfür bietet die LBS mittlerweile sogar einen speziellen Vermittlungsservice für Energieberatungen an.
Trotz der guten Zahlen mahnt LBS-Chef Siebert politische Reformen an, um die Situation am Wohnungsmarkt nachhaltig zu verbessern. Zwar stiegen die Baugenehmigungen zuletzt wieder leicht an, doch reiche dies nicht aus. Er fordert ein stimmiges Gesamtpaket, das neben einer stabilen Förderkulisse auch den Verzicht auf die Grunderwerbssteuer beim Ersterwerb beinhalten sollte, um insbesondere jungen Familien wieder eine Perspektive auf Wohneigentum zu geben.
Die Jahresbilanz der LBS Süd liest sich wie eine Bestätigung eines lange Zeit totgesagten Geschäftsmodells. In der Ära der Nullzinsen galt das Bausparen oft als verstaubt und unrentabel. Doch die abrupte Zinswende hat die Karten völlig neu gemischt: Wer sich vor Jahren niedrige Darlehenszinsen gesichert hat, nutzt diese nun massiv zur Umschuldung oder für den Kauf, während klassische Bankkredite deutlich teurer geworden sind.
Der Verdopplung des Betriebsergebnisses zeigt, dass die LBS Süd die Synergien ihrer Großfusion nun operativ ernten kann. Gleichzeitig beweist die strategische Ausrichtung auf Energieberatung und Modernisierungskredite, dass das Institut verstanden hat, wo die künftigen Wachstumschancen liegen. Wenn der Neubau lahmt, wird die energetische Sanierung des riesigen deutschen Immobilienbestands zum neuen Milliardenmarkt. Die LBS Süd positioniert sich hier geschickt nicht nur als reiner Geldgeber, sondern als begleitender Dienstleister. Der politische Ruf nach dem Wegfall der Grunderwerbssteuer ist dabei mehr als nur Lobbyismus – er adressiert eines der größten Hindernisse für die Schwellenhaushalte, die eigentlich die Kernklientel der Landesbausparkassen bilden.

Prominenter Neuzugang für die Digitalbank N26: Der ehemalige HCOB-Chef Stefan Ermisch zieht in den Aufsichtsrat ein und bringt weitreichende Transformationserfahrung mit. Er folgt auf Peter Kleinschmidt, der sein Mandat nach einer Phase als Interims-Vorsitzender niederlegt.

Der Finanzdienstleister Hypoport blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück und verzeichnet dank einer starken operativen Entwicklung einen deutlichen Gewinnsprung.