Julius Bär startet massives Aktienrückkaufprogramm über 600 Millionen Franken

Die Schweizer Bank Julius Bär startet ein Aktienrückkaufprogramm über 600 Millionen Franken und überarbeitet ihre Ausschüttungspolitik nach dem Abschluss des FINMA-Verfahrens.

Harry Dörsam

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2.10.26

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14:27

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Julius Bär startet massives Aktienrückkaufprogramm über 600 Millionen Franken

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Julius Bär Zürich

Julius Bär geht nach der behördlichen Bereinigung ihrer historischen Altlasten in die finanzielle Offensive gegenüber dem Kapitalmarkt. Der Verwaltungsrat hat nach dem Erhalt der erforderlichen Bewilligungen ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Gesamtvolumen von bis zu 600 Millionen Schweizer Franken freigegeben. Das Institut plant, die Transaktionen voraussichtlich in den kommenden Wochen über eine separate zweite Handelslinie an der Schweizer Börse SIX zu starten und innerhalb eines Jahres vollständig abzuschließen. Die exakte Taktung und Ausführung der Käufe hänge dabei jedoch maßgeblich von den vorherrschenden Marktbedingungen ab.

Progressive Dividende gepaart mit striktem Kapitalmanagement

Flankierend zu dem großvolumigen Rückkauf kündigte das Zürcher Traditionshaus eine überarbeitete Kapitalausschüttungspolitik an. Die Gruppe beabsichtigt, ihre Dividendenausschüttungsquote auch künftig stabil in einem Korridor zwischen 40 und 60 Prozent des den Aktionären zurechenbaren IFRS-Konzerngewinns zu halten. Strategisches Ziel sei es grundsätzlich, eine progressive Dividende je Aktie auszuschütten. Das Management behält sich jedoch einen gewissen Spielraum vor, da diese progressive Ausschüttungspolitik nur dann gelte, sofern keine außergewöhnlichen externen Ereignisse eintreten würden.

Um die bilanzielle Stabilität der Bank dauerhaft zu sichern, verpflichtet sich Julius Bär parallel zur Aufrechterhaltung einer harten Kernkapitalquote (CET1) von 15 Prozent. Sollte das globale Marktumfeld unerwartet in eine tiefe Rezession abrutschen oder es im operativen Geschäft zu erneuten Verwerfungen kommen, müsste das Institut diese Ausschüttungspläne im Zweifel rasch anpassen, um die eigene Kapitalbasis nicht zu gefährden. Die nun vom Management definierte Zielquote liegt gleichwohl deutlich über der von der FINMA neu festgelegten faktischen Mindestanforderung von 9,4 Prozent und bietet der Bank einen komfortablen regulatorischen Puffer.

Verwaltungsrat lobt die Bewältigung der historischen Krisen

Verwaltungsratspräsident Noel Quinn sieht in dem nun initiierten Kapitalrückfluss ein klares Zeichen der operativen und strukturellen Erholung. Er betonte in der offiziellen Mitteilung, der Verwaltungsrat sei erfreut über die messbaren Fortschritte, die CEO Stefan Bollinger und dessen Führungsteam bei der Bewältigung der jüngsten Altlasten erzielt hätten. Der offene und transparente Dialog mit der Aufsichtsbehörde sei während des gesamten Bereinigungsprozesses ein essenzieller Erfolgsfaktor gewesen. Es sei laut Quinn unerlässlich, konsequent Lehren aus den Verfehlungen der Vergangenheit zu ziehen, während man den Blick nun wieder vollumfänglich auf ein nachhaltiges, qualitativ hochwertiges Wachstum richten wolle.

Die überarbeitete Kapitalpolitik spiegele zudem den stark kapitalgenerierenden Charakter des globalen Wealth Managements wider. Überschüssiges Kapital solle fortan wieder konsequent an die Aktionäre zurückgeführt werden, solange die finanzielle Flexibilität für die Umsetzung der bestätigten Mittelfristziele für den Strategiezyklus bis 2028 strikt gewahrt bleibe. Kritische Investoren könnten die groß angelegten Aktienrückkäufe indes auch als Indiz dafür werten, dass das Management aktuell nur begrenzte Möglichkeiten für anorganisches Wachstum durch lukrative Unternehmenszukäufe im stark konsolidierenden Private-Banking-Markt sehe.

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