Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 13 Verdächtige rund um mutmaßlich betrügerische Immobilienkredite – ausgelöst durch eine Anzeige der Volksbank Konstanz. Im Zentrum: ein Kreditvermittler mit Verbindungen zum Influencer „Immo Tommy“.

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Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat ein Ermittlungsverfahren gegen 13 Personen eingeleitet, darunter ein Immobilienkreditvermittler und zwölf mutmaßliche Komplizen. Die Vorwürfe wiegen schwer: Im Raum stehen unter anderem Urkundenfälschung, Betrug und ein strukturiertes Vorgehen mit „hohem Grad an krimineller Energie“, wie es in einer Strafanzeige der Volksbank Konstanz heißt. Die regionale Bank sieht sich selbst ebenso wie betroffene Kreditnehmer als Geschädigte.
Konkret soll es um manipulierte Unterlagen bei Immobilienfinanzierungen gehen – mit teils erheblichen wirtschaftlichen Schäden für alle Beteiligten. Die Volksbank hatte in der Vergangenheit auffällig viele Immobilienkredite vergeben, teils unter fragwürdigen Voraussetzungen. Die Bank selbst war im Frühjahr 2025 aufgrund ihrer Schieflage zur Fusion mit der Volksbank Bodensee-Oberschwaben gezwungen worden.
Brisant ist die mutmaßliche Verbindung zum umstrittenen Immobilien-Influencer Tomislav Primorac, besser bekannt als „Immo Tommy“. Der ehemalige Einzelhandelskaufmann aus dem Raum Stuttgart hat sich in den vergangenen Jahren über soziale Medien einen Namen gemacht und war laut einer Analyse zeitweise der reichweitenstärkste Immobilien-Influencer Deutschlands.
Obwohl gegen Primorac selbst nach derzeitigem Stand nicht strafrechtlich ermittelt wird, wird sein Netzwerk zunehmend zum Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Laut Handelsblatt, das über den Vorfall zuerst berichtete, soll der nun ins Visier der Staatsanwaltschaft geratene Vermittler eng mit dem „Immo-Tommy“-Kosmos verbunden gewesen sein.
Gegen Primorac laufen derweil mehrere Zivilklagen. Medienberichten zufolge werfen ihm Kläger und Journalisten „haarsträubende Finanzierungskonstrukte“ vor – darunter Immobiliengeschäfte mit unrealistischen Mietannahmen und unklarer Bonitätsprüfung. Auch sein Geschäftsmodell, das häufig über Social Media Leads für Immobilienprojekte generierte, steht unter Beobachtung.
Sven Predeschly, der Anwalt von Primorac, wies gegenüber dem Handelsblatt sämtliche strafrechtlichen Vorwürfe gegen seinen Mandanten zurück. Wörtlich heißt es: „Es wird derzeit nicht gegen unseren Mandanten ermittelt, weder ihm noch mir liegen hierzu irgendwelche Informationen oder Erkenntnisse vor.“ Eine Stellungnahme zu den Details des Falls lehnte er ab.
Der Fall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Schattenseiten des Immobilienbooms der vergangenen Jahre – insbesondere in Verbindung mit digital vermarkteten Investmentmodellen und vermeintlich einfachen Einstiegsmöglichkeiten für Privatanleger. Gerade bei Social-Media-affinen Vermittlern ist die Grenze zwischen seriöser Finanzberatung und Verkaufsmaschinerie mitunter schwer zu ziehen.
Die jetzt laufenden Ermittlungen könnten ein Präzedenzfall für strengere Prüfprozesse bei Banken und Vermittlern werden – und für eine genauere Aufsicht über das „graue Netzwerk“ aus Social-Media-Influencern, Tippgebern und Kreditvermittlern. Die Branche dürfte gespannt verfolgen, welche Kreise der Fall noch ziehen wird.
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