Historischer Rekord: Die HVB erzielt 2025 den höchsten Gewinn ihrer Geschichte. Trotz Milliardenüberschuss zeigen sich im vierten Quartal erste Risse durch hohe Risikovorsorge und schwachen Handel.

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HypoVereinsbank
Die HypoVereinsbank (HVB) hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem absoluten Bestwert abgeschlossen. Der Nettogewinn der deutschen Unicredit-Tochter kletterte auf 2,08 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von fast 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit übertrifft das Institut sogar die alten Rekordmarken von vor der Finanzkrise im Jahr 2007. Die Münchner Bank profitiert dabei massiv vom harten Sparkurs der italienischen Muttergesellschaft. Doch der Blick auf die Details im vierten Quartal zeigt, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.
Das Erfolgsrezept der Bank basiert weiterhin auf strikter Kostendisziplin. Die operativen Kosten wurden im vergangenen Jahr um fast 4 Prozent gesenkt. Ein wesentlicher Faktor dabei ist der anhaltende Personalabbau. Zum Jahresende beschäftigte die Bank noch 8.336 Vollzeitkräfte. Das sind über 500 Stellen weniger als ein Jahr zuvor. Seit Anfang 2024 sind damit mehr als 1.000 Jobs weggefallen.
Diese Strategie macht die HVB extrem effizient. Die sogenannte Cost-Income-Ratio, die das Verhältnis von Kosten zu Einnahmen misst, verbesserte sich auf hervorragende 38,2 Prozent. Damit ist die HVB eine der profitabelsten Großbanken in Deutschland. Die Eigenkapitalrendite stieg auf starke 21,3 Prozent.
Auf der Einnahmenseite lief es vor allem im Provisionsgeschäft rund. Hier konnte die Bank um 4,4 Prozent zulegen, während das klassische Zinsgeschäft stabil blieb. Insgesamt stiegen die Erträge auf fast 5,5 Milliarden Euro. Weniger erfreulich war dagegen das Handelsergebnis, das über das ganze Jahr gesehen leicht rückläufig war.
Trotz des Rekordjahres endete 2025 mit einem Dämpfer. Im vierten Quartal brach der Gewinn im Vergleich zum Vorquartal um rund 26 Prozent ein. Das lag vor allem an zwei Faktoren. Erstens musste die Bank deutlich mehr Geld für wackelnde Kredite zur Seite legen. Die Risikovorsorge verdoppelte sich im Vergleich zum dritten Quartal auf 122 Millionen Euro. Zweitens brach das Handelsgeschäft zum Jahresende hin ein und verlor massiv an Boden.
Zusätzlich belasteten hohe Kosten für den Konzernumbau das Ergebnis der letzten drei Monate. Wie in der Branche üblich, wurden viele dieser Ausgaben am Jahresende verbucht. Dennoch steht die Bank finanziell extrem stabil da. Mit einer harten Kernkapitalquote von über 22 Prozent verfügt die HVB über ein Sicherheitspolster, das weit über dem Durchschnitt der deutschen und europäischen Konkurrenz liegt.

Angriff im Wealth Management: Deutsche Bank und DWS bündeln ihre Kräfte. Während die Bank die Strategie bestimmt, liefert die DWS die Technik. Das ehrgeizige Ziel: Das verwaltete Vermögen in drei Jahren verdoppeln.