Geplanter Generationswechsel vollzogen: André Haagmann ist neuer CEO von Union Investment

Führungswechsel bei Union Investment: André Haagmann übernimmt zum 01.04.2026 den Vorstandsvorsitz von Hans Joachim Reinke. Erfahren Sie alles zur Strategie des neuen CEO und der Zukunft des genossenschaftlichen Asset Managers.

Harry Dörsam

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Harry Dörsam

Veröffentlicht am

1.4.26

um

21:47

Uhr

Geplanter Generationswechsel vollzogen: André Haagmann ist neuer CEO von Union Investment

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Union Investment

An der Spitze von Deutschlands zweitgrößtem Asset Manager bricht eine neue Ära an. Zum 1. April 2026 hat André Haagmann den Vorstandsvorsitz der Union Asset Management Holding AG übernommen. Er folgt auf Hans Joachim Reinke, der das genossenschaftliche Flaggschiff über 16 Jahre lang prägte und nun in den Ruhestand geht. Mit Haagmann setzt das Haus auf einen Strategen aus den eigenen Reihen, der Kontinuität in volatilen Zeiten verspricht.

Der Wachwechsel in der Frankfurter Zentrale von Union Investment ist offiziell: André Haagmann (53) hat planmäßig das Ruder übernommen. Damit endet eine der längsten und erfolgreichsten Amtszeiten im deutschen Asset Management. Hans Joachim „Aki“ Reinke, der die Gruppe seit 2010 führte und das verwaltete Vermögen auf über 500 Milliarden Euro schraubte, übergibt ein wohlgeordnetes Haus an seinen langjährigen Weggefährten.

Für die Branche kommt dieser Schritt nicht überraschend, wurde er doch bereits vor einem Jahr vom Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von Cornelius Riese (DZ BANK) eingestielt. Dennoch markiert der heutige Tag eine Zäsur für den genossenschaftlichen Sektor.

Vom Institutionellen-Experten zum Konzernchef

André Haagmann ist kein Unbekannter auf dem Parkett. Der gelernte Bankkaufmann und studierte Betriebswirt stieß 2006 von der Unternehmensberatung Oliver Wyman zu Union Investment. Er durchlief verschiedene Schlüsselpositionen, leitete jahrelang die Konzernentwicklung und rückte 2022 in den Vorstand auf, wo er zuletzt das für die Ertragskraft so wichtige institutionelle Kundengeschäft sowie die Investmentanalyse verantwortete.

In seiner neuen Rolle als CEO wird Haagmann nicht nur die strategische Weiterentwicklung der Gruppe vorantreiben, sondern auch das Gesicht von Union Investment gegenüber der Politik und den Verbänden sein.

„Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dem erfolgreichen Team von Union Investment die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben und unsere Position als verlässlicher Partner für private und institutionelle Anleger weiter auszubauen“

Das erklärte Haagmann anlässlich seines Amtsantritts.

Erbe einer Rekord-Ära

Haagmann tritt in große Fußstapfen. Unter Hans Joachim Reinke entwickelte sich Union Investment zu einer Ertragsperle innerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe. Reinke, der insgesamt 35 Jahre im Unternehmen tätig war, gilt als Architekt der modernen Union Investment, die sich unter seiner Führung konsequent zum Lösungsanbieter für Nachhaltigkeit und private Altersvorsorge transformierte.

Cornelius Riese würdigte den scheidenden CEO bereits im Vorfeld als Visionär: Mit außergewöhnlichem Engagement habe Reinke das Haus zu einem der erfolgreichsten Asset Manager Europas geformt. Dass die Nachfolge nun intern gelöst wurde, unterstreicht den Anspruch der Union Investment auf Stabilität – ein Wert, den insbesondere die institutionelle Klientel in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten und wirtschaftlicher Transformation schätzt.

Strategische Aufgaben: KI, ESG und Retail-Modernisierung

Das neue Vorstandsteam um André Haagmann, dem weiterhin Sonja Albers, Dr. Frank Engels und Giovanni Gay angehören, steht vor komplexen Aufgaben. Neben der weiteren Integration von Künstlicher Intelligenz in die Investmentprozesse gilt es, die Marktführerschaft bei nachhaltigen Geldanlagen (ESG) gegen zunehmenden Wettbewerbsdruck und regulatorische Verschärfungen zu verteidigen.

Zudem muss Haagmann die Brücke zwischen dem traditionellen genossenschaftlichen Vertrieb und den digitalen Anforderungen einer neuen Anlegergeneration schlagen. Branchenexperten trauen dem neuen CEO, der als analytisch stark und intern hervorragend vernetzt gilt, zu, die kulturelle Identität des Hauses zu bewahren und gleichzeitig die notwendigen Modernisierungsschübe einzuleiten. Der heutige Tag ist somit mehr als eine Personalie – er ist das Startsignal für die „Union Investment 2030“.

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