Der ehemalige Chefaufseher für Versicherungen bei der BaFin, Frank Grund, wechselt in den Aufsichtsrat der Generali Deutschland. Ab dem 1. Oktober 2024 wird er dort gleich drei bedeutende Positionen übernehmen.

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Bernd Roselieb | BaFin
Der ehemalige Chefaufseher für Versicherungen bei der BaFin, Frank Grund, wechselt in den Aufsichtsrat der Generali Deutschland. Ab dem 01. Oktober 2024 wird er dort gleich drei bedeutende Positionen übernehmen. Diese Personalie wurde kürzlich vom Branchenmagazin „Versicherungsmonitor“ bekannt gegeben und später von der Generali bestätigt.
Frank Grund, der acht Jahre lang als Exekutivdirektor der Versicherungsaufsicht bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) tätig war, bringt umfassende Expertise in seinen neuen Aufgabenbereich ein.
Bei der Generali wird er in die Aufsichtsräte der Generali Deutschland AG, der Generali Deutschland Lebensversicherung AG und der Generali Versicherung AG eintreten. Diese Berufung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Die Generali wurde kürzlich von der BaFin aufgrund hoher Abschlusskosten in der Lebensversicherung gerügt. Um regulatorischen Konsequenzen zu entgehen, entschied sich das Unternehmen, das Fondsvermögen der betroffenen Kundinnen und Kunden auf eigene Kosten aufzustocken.
Frank Grund hat in seiner langen Karriere sowohl die regulatorische als auch die operative Seite der Versicherungsbranche kennengelernt. Nach seiner Promotion in Rechts- und Staatswissenschaften stieg er 1991 bei Gerling ein, wo er später zum Geschäftsführer der Gerling Industrie Service GmbH aufstieg.
Ab 2003 leitete er als CEO das Deutschland-Geschäft der Basler Versicherungen, bis er 2012 ausschied. Von 2015 bis 2023 prägte er die Versicherungsaufsicht der BaFin maßgeblich, insbesondere während der Einführung des Solvency II-Regimes, das strengere aufsichtsrechtliche Anforderungen an Versicherer stellte.
Mit seinem Wechsel zur Generali wechselt Frank Grund die Seiten – vom Regulierer zum Aufseher in der Privatwirtschaft. Interessanterweise geschieht dies in einer Phase, in der die Generali selbst unter erhöhtem regulatorischem Druck steht.
Die BaFin hatte das Unternehmen aufgefordert, die Effektivkosten bei bestimmten Lebensversicherungsprodukten zu senken, um den Kundinnen und Kunden entgegenzukommen. Anstatt die Provisionskosten zu senken, entschied sich Generali dafür, den Inhabern von rund 700.000 fondsgebundenen Lebenspolicen nachträglich Geld gutzuschreiben.
Dieser Schritt zeigt, wie tief die regulatorischen Eingriffe in das Geschäftsmodell eines Versicherers reichen können und welche kreativen Lösungen Unternehmen finden müssen, um sich diesen Herausforderungen zu stellen. Mit Frank Grund im Aufsichtsrat könnte Generali von seiner Erfahrung und seinem tiefen Verständnis der Regulierungslandschaft profitieren.
Die Berufung von Frank Grund in den Aufsichtsrat der Generali wird sicher genau beobachtet werden – sowohl von Brancheninsidern als auch von der Aufsichtsbehörde, die er einst leitete.

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