Fitch hebt das Unicredit-Rating auf BBB+ an und lobt die Expansionsstrategie der Italiener, insbesondere nach Deutschland. Trotz Übernahme-Plänen bei der Commerzbank bleibt das Rating stabil.

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Fitch Ratings
Mitten im Übernahme-Poker um die Commerzbank sorgt die Ratingagentur Fitch für Rückenwind bei der Unicredit: Die Bonitätsnote der italienischen Großbank wurde auf BBB+ angehoben, unter anderem aufgrund ihrer erfolgreichen Expansion nach Deutschland. Fitch hebt die robuste Finanzlage und die diversifizierte Aufstellung der Unicredit positiv hervor, besonders im Vergleich zu ihren italienischen Konkurrenten.
Fitch hat das Langfrist-Rating der Unicredit von BBB auf BBB+ erhöht und den Ausblick von „stabil“ auf „positiv“ geändert. Damit positioniert sich die Bank nun sogar eine Stufe über der Bonität Italiens selbst. Hintergrund ist die erfolgreiche Diversifizierung der Unicredit in Märkte wie Deutschland und Österreich. Diese Expansion sorgt laut Fitch für eine wichtige Stabilitätspuffer: Sollte Italien wirtschaftlich ins Wanken geraten, kann sich Unicredit zunehmend auf Märkte mit stabileren Volkswirtschaften stützen.
Dass die Italiener ihre Hausaufgaben gemacht haben, bescheinigt Fitch in deutlichen Worten. Unicredit habe in den vergangenen Jahren durch verschiedene Restrukturierungsmaßnahmen ihr Bilanzrisiko massiv reduziert und stehe heute deutlich solider da als früher. „Unicredit hat ihre strategischen Ziele in den vergangenen drei Jahren durchweg erreicht“, lobt die Ratingagentur und erwartet, dass die Bank ihre Pläne bis 2025-2026 weiter erfolgreich umsetzt. Auch bei der Rentabilität sieht Fitch die Unicredit vor vielen großen europäischen Konkurrenten – ein starkes Signal für Anleger und Investoren.
Im Übernahme-Spiel um die Commerzbank scheint Fitch zunächst abzuwarten. Zwar hat Unicredit ihren Anteil an der deutschen Großbank im September auf 9 Prozent erhöht und plant, ihn über Finanzinstrumente auf bis zu 21 Prozent auszubauen. Doch für das Rating von Unicredit hat dieser Anteilserwerb bisher keine Auswirkungen. Sollte die Bank jedoch in die Vollen gehen und eine vollständige Übernahme in Betracht ziehen, könnte Fitch erneut bewerten.
Währenddessen ist die Commerzbank selbst alarmiert: Chefin Bettina Orlopp wehrt sich gegen den möglichen Kontrollverlust und befürchtet, dass eine Übernahme durch Unicredit die Bonität der Commerzbank verschlechtern könnte. Sie lässt derzeit Abwehrmaßnahmen prüfen, um die Unabhängigkeit der Bank zu sichern. Es bleibt also spannend, wie sich das Machtspiel der beiden Großbanken weiterentwickelt und wie Fitch den Schritt bewertet, sollte Unicredit den finalen Kaufversuch tatsächlich wagen.

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Später Einstieg beim Euro-Bezahldienst: Die Commerzbank beendet ihr Zögern und schließt sich Wero an. CEO Bettina Orlopp begründet die Kehrtwende mit der besseren Finanzlage und der internationalen Ausweitung des Dienstes.