Seitenwechsel in Frankfurt: Die Deutsche Bank holt Andreas Wolf von der Fintech-Schmiede Raisin als neuen COO für das Personal Banking. Der Ex-McKinsey-Partner soll Kosten und Filialnetz trimmen.

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Raisin
Die Deutsche Bank verstärkt ihr Management im Privatkundengeschäft mit digitaler Expertise von einem der erfolgreichsten deutschen Fintechs. Wie das Geldhaus bestätigt, wechselt Andreas Wolf in der kommenden Woche in den Frankfurter Doppelturm, um dort die Position des Chief Operating Officer (COO) für das Personal Banking Deutschland zu übernehmen.
Der Manager kommt direkt aus dem Vorstand der Raisin Bank (WeltSparen), wo er zuletzt maßgeblich für die technologische Weiterentwicklung und das Transformationsmanagement verantwortlich zeichnete.
Wolfs neue Aufgabenliste bei der Großbank ist ebenso klassisch wie herausfordernd. Als COO wird er primär für die harte Währung der Banksteuerung zuständig sein: Kosteneffizienz, die Optimierung der teuren Filial- und Geldautomaten-Infrastruktur sowie das Change Management. Hierbei setzt die Deutsche Bank offensichtlich auf die analytische Schärfe des promovierten Statistikers. Wolf ist im Konzern kein Unbekannter, denn vor seiner Zeit bei Raisin arbeitete er sich bei der Strategieberatung McKinsey & Company bis zum Partner hoch. Schon damals betreute er Projekte im Retail Banking der Deutschen Bank, womit er den Spagat zwischen Außenperspektive und interner Kenntnis mitbringt.
Mit der Personalie vollzieht die Bank eine strategische Rochade. Der bisherige COO Thorsten Peppler, dem das Haus entscheidende Beiträge zum Turnaround im Privatkundengeschäft attestiert, verlässt den Konzern nicht, sondern verlagert seinen Schwerpunkt.
Er wird sich künftig auf seine Aufgaben bei der BHW Bausparkasse konzentrieren und zudem eine Schlüsselrolle in einem zentralen Transformationsprojekt der Privatkundenbank übernehmen. Mit Wolf holt sich die Deutsche Bank nun jemanden an Bord, der die Effizienz-Logik der Old Economy mit der Agilität der New Economy verknüpfen soll.

Antizyklische Attacke: Während Superreiche London verlassen, will die Deutsche Bank 250 neue Berater für Hochvermögende einstellen. Vorstand Claudio de Sanctis plant den Angriff auf der Insel.

Meilenstein in den USA: Die UBS erhält die vorläufige Genehmigung für eine nationale Banklizenz. Damit stärkt die Schweizer Großbank ihre Position im amerikanischen Wealth Management und nähert sich der finalen Zulassung.