RBI bietet 23,05 Euro pro Aktie für die Addiko Bank. Der strategische Deal sieht eine Aufspaltung der Bank vor, stärkt die RBI in Kroatien und ermöglicht die Rückkehr nach Slowenien. Alle Details zur Übernahme auf die-Privatbank.de.

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Die Raiffeisen Bank International (RBI) setzt ein deutliches Zeichen für ihr Kerngeschäft in Mittel- und Osteuropa. Mit einem freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot für die Wiener Addiko Bank greifen die Raiffeisen-Strategen nach einer verstärkten Marktpräsenz auf dem Balkan. Der Clou des Deals liegt in einem komplexen „Buy-and-Split“-Szenario, das sowohl die Marktführerschaft in Kroatien ausbauen als auch die Rückkehr nach Slowenien besiegeln soll.
In der Nacht zum Donnerstag hat die Raiffeisen Bank International (RBI) die Katze aus dem Sack gelassen: Das Institut bietet den Aktionären der auf Südosteuropa spezialisierten Addiko Bank 23,05 Euro je Aktie in bar. Die Offerte zielt auf eine Konsolidierung der regionalen Marktanteile ab, ist jedoch an eine strikte Mindestannahmequote von mehr als 75 Prozent gebunden.
Für die RBI markiert dieser Vorstoß eine Rückbesinnung auf das Wachstumspotenzial im CEE-Raum, während das Institut gleichzeitig mit den geopolitischen Herausforderungen seines Russland-Engagements ringt.
Der Angebotspreis von 23,05 Euro ist wohlkalkuliert. Laut einem von der RBI eingeholten Gutachten liegt diese Offerte rund 20 Prozent über dem ermittelten Eigenkapitalwert der Addiko Bank. Damit signalisiert die RBI den Aktionären des ehemaligen Hypo-Alpe-Adria-Ablegers eine Exit-Chance mit substanziellem Aufschlag. Die Annahmefrist ist auf zehn Wochen angesetzt, was den Investoren ausreichend Zeit für eine Bewertung der Lage gibt.
Interessant ist vor allem die geplante Post-Merger-Integration: Die RBI plant keine vollständige Eingliederung der Addiko-Gruppe, sondern eine strategische Aufspaltung. Während die Kernmärkte Kroatien, Slowenien und Österreich im Konzern verbleiben sollen, ist für die restlichen Einheiten bereits eine Exit-Lösung skizziert.
Mit der Integration der Addiko-Aktivitäten in Kroatien würde die RBI einen massiven Sprung nach vorne machen. Nach eigenen Angaben würde das Institut damit zur viertgrößten Bank des Landes aufsteigen (gemessen an der Bilanzsumme). Für die Raiffeisen-Gruppe ist dies ein entscheidender Schritt, um Skaleneffekte in einem hochprofitablen Markt zu realisieren.
Parallel dazu ermöglicht der Deal eine prestigeträchtige Rückkehr: Die RBI würde mit den Addiko-Strukturen wieder auf dem slowenischen Markt Fuß fassen – ein Terrain, das man in der Vergangenheit verlassen hatte. Dieser Schritt unterstreicht die Überzeugung des Managements, dass die Region trotz makroökonomischer Unsicherheiten attraktive Margen im Retail- und KMU-Geschäft bietet.
Die RBI verfolgt bei diesem Deal einen pragmatischen Ansatz zur Risikominimierung. Da das Institut offensichtlich kein Interesse an einer Ausweitung seines direkten Engagements in Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro hat, steht der Käufer für diese Einheiten bereits fest.
Nach erfolgreicher Übernahme sollen diese Töchter an die serbische Alta Group veräußert werden. Eine entsprechende Vereinbarung soll zeitnah abgeschlossen werden. Dieser Weiterverkauf dient nicht nur der regulatorischen Entlastung, sondern dürfte auch dazu beitragen, die kurzfristige Belastung der Kapitalquote durch die Akquisition abzufedern. Dennoch bleibt festzuhalten: Unmittelbar nach Vollzug des Deals wird die harte Kernkapitalquote der RBI zunächst unter Druck geraten – ein Preis, den das Management für die langfristige Stärkung des CEE-Netzwerks offensichtlich zu zahlen bereit ist.

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