Revolut steigt in den Bewertungs-Olymp auf: Die britische Neobank ist nach einer Kapitalmaßnahme nun 75 Milliarden US-Dollar wert. Getrieben von starkem Gewinnwachstum und dem Einstieg von Nvidias VC-Arm, untermauert das FinTech seinen Anspruch als globale Finanzplattform und setzt ein starkes Zeichen im Markt.

Bildnachweis:
Revolut
Die britische Neobank Revolut sendet ein beeindruckendes Signal der Stärke an den globalen Finanzmarkt. Wie das Unternehmen am Montagmorgen mitteilte, hat es eine Kapitalmaßnahme abgeschlossen, die seine Bewertung auf 75 Milliarden US-Dollar (etwa 65 Milliarden Euro) katapultiert.
Dieser massive Sprung – noch im August des vergangenen Jahres lag die Bewertung bei 45 Milliarden Dollar – erfolgte im Rahmen einer Transaktion, die es Mitarbeitern ermöglichte, Anteile zu veräußern. Gleichzeitig, so heißt es in der Mitteilung, wurden die Partnerschaften mit führenden Investoren "vertieft". In einem Sektor, der zuletzt eher von Konsolidierung geprägt war, ist dieser Bewertungssprung ein klares Zeichen für das enorme Vertrauen des Marktes in das Geschäftsmodell von Revolut.
Der Grund für das anhaltende Interesse liegt in den harten Geschäftszahlen. Revolut wächst nicht nur rasant, es ist auch hochprofitabel. Im vergangenen Geschäftsjahr konnte das Unternehmen seinen Gewinn vor Steuern um beeindruckende 149 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar steigern. Parallel dazu kletterte der Umsatz um 72 Prozent auf vier Milliarden Dollar.
Diese finanzielle Performance ist der Nährboden für das Vertrauen der Investoren und hebt Revolut deutlich von vielen Wettbewerbern ab, die noch um den Beweis der Profitabilität ringen.
Die Transaktion wurde von einer Riege an Finanz-Schwergewichten angeführt, darunter Coatue, Greenoaks, Dragoneer und die Fidelity Management and Research Company. Besonders bemerkenswert ist jedoch ein neuer Name in dieser Runde: Teil der Transaktion war auch eine Investition von NVentures, der Risikokapital-Sparte des US-Chip-Giganten Nvidia.
Der Einstieg eines derart führenden Technologiekonzerns unterstreicht, dass Revolut längst nicht mehr nur als Bank, sondern als datengetriebenes Technologieunternehmen wahrgenommen wird. Zu weiteren Details, etwa in welchem Umfang bestehende Investoren Anteile verkauft haben, wollte sich ein Sprecher auf Anfrage nicht äußern.
Nik Storonsky, CEO und Mitgründer von Revolut, sieht den Schritt als logische Konsequenz der jüngsten Entwicklung. „Dieser Meilenstein spiegelt die enorme Entwicklung wider, die wir in den vergangenen zwölf Monaten auf dem Weg zu unserer Vision gemacht haben, die erste wirklich globale Bank aufzubauen, die 100 Millionen Kunden in 100 Ländern nutzen“, wird Storonsky zitiert.
Aktuell zählt die Neobank nach eigenen Angaben 65 Millionen Kunden weltweit. Der Weg zum ambitionierten Ziel von 100 Millionen täglich aktiven Kunden in 100 Ländern ist also noch ein gutes Stück Arbeit, doch die finanzielle Feuerkraft dafür ist nun eindrucksvoll gesichert.
Um diese globale Expansion regulatorisch abzusichern, treibt Revolut seine Lizenzstrategie voran. In der EU operiert das FinTech mit einer Banklizenz aus Litauen. Im Heimatmarkt Großbritannien erhielt man vergangenen Sommer die Lizenz, befindet sich jedoch noch in der sogenannten „Mobilisierungsphase“, die als „Zulassung mit Einschränkungen“ gilt. Zudem läuft aktuell ein Antrag für eine Banklizenz in Frankreich, um die Präsenz in europäischen Schlüsselmärkten weiter zu vertiefen.

BBVA und OpenAI schmieden eine historische Allianz: Die spanische Großbank integriert KI tief in ihre Prozesse und rollt ChatGPT Enterprise für alle 120.000 Mitarbeiter aus.

Paukenschlag im europäischen Fintech-Sektor: Mollie übernimmt den britischen Bankzahlungsspezialisten GoCardless. Durch den Zusammenschluss entsteht eine Plattform mit über 350.000 Kunden, die Karten- und Bankzahlungen integriert, um Abonnement-Modelle zu stärken und das internationale Wachstum von Händlern zu beschleunigen.

Ritterschlag für das Berliner Fintech: Mondu sichert sich eine Kreditfazilität von 100 Millionen Euro von J.P. Morgan Payments. Gleichzeitig tritt das Startup dem Partnernetzwerk der US-Bank bei, um seine B2B-Zahlungslösungen europaweit an deren Firmenkunden zu vertreiben.