Rüstzeug gegen Supercomputer: Die österreichische Erste Group testet als erste europäische Bank erfolgreich Quantenverschlüsselung im laufenden Betrieb. Gemeinsam mit Partnern plant das Institut nun eine abhörsichere Datenautobahn zwischen Wien und dem Finanzplatz Frankfurt.

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Erste Group
Die österreichische Erste Group wappnet sich aktiv gegen zukünftige Cyberrisiken und hat Quantenverschlüsselung erstmals direkt im laufenden Bankbetrieb getestet. Gemeinsam mit der A1 Telekom Austria und dem Wiener Quanten-Startup Zerothird integrierte das in Mittel- und Osteuropa tätige Geldhaus die neue Sicherheitstechnik am Montag erfolgreich in das bestehende Glasfasernetz. Laut Unternehmensangaben handelt es sich dabei um den ersten Pilotversuch dieser Art einer europäischen Bankengruppe. Die eingesetzte Technologie basiert auf Erkenntnissen der österreichischen Nobelpreisforschung zur sogenannten Quantenverschränkung.
Der Hintergrund für diesen technologischen Vorstoß ist brisant. Viele Experten befürchten, dass künftige Hochleistungsrechner die heutigen Verschlüsselungsverfahren binnen Sekunden knacken könnten. Vorstandschef Peter Bosek ordnet die Notwendigkeit des Pilotprojekts unmissverständlich ein:
„Wir bereiten unsere Infrastruktur für die Ära der Quantenkommunikation vor, eine Ära, in der klassische digitale Verschlüsselung keinen ausreichenden Schutz mehr bieten wird“
Nach dem erfolgreichen Test plant die Erste Group nun, ihre internationale Infrastruktur schrittweise mit solchen quantensicheren Lösungen aufzurüsten.
Ein konkretes Ziel für die Zukunft ist der Aufbau einer quantensicheren Verbindung zwischen Wien und dem Finanzplatz Frankfurt. Dieses ehrgeizige Vorhaben treibt die Bank gemeinsam mit Zerothird im Rahmen des Projekts „Quapital“ voran, an dem sich auch die Europäische Union direkt beteiligt. Wegen der physikalisch bedingten Signaldämpfung über lange Distanzen gilt eine solche Verbindung allerdings als besonders anspruchsvoll, da sich Quantenschlüssel bislang meist nur über deutlich kürzere Strecken austauschen lassen.
Mit diesem Pilotprojekt positioniert sich die Erste Group als technologischer Vorreiter. Die Bedrohung durch sogenannte Quantencomputer, die gängige Krypto-Standards wie RSA in naher Zukunft obsolet machen könnten, ist real und zwingt die Finanzbranche zum Handeln. Dass die Erste Group nicht nur unter Laborbedingungen testet, sondern die Technologie direkt ins bestehende Glasfasernetz und den operativen Alltag integriert, beweist die zunehmende Marktreife der Quantenverschlüsselung.
Gelingt zudem der Aufbau der hochkomplexen Langstreckenverbindung nach Frankfurt, entstünde eine völlig neue, physikalisch abhörsichere Datenautobahn im Herzen Europas. Dieser Vorstoß setzt Konkurrenten im Bankensektor massiv unter Zugzwang, ihre eigene IT-Infrastruktur ebenfalls proaktiv gegen die Cyberbedrohungen von morgen abzusichern, bevor die Rechenleistung der Angreifer die heutigen Verteidigungslinien endgültig überholt.

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