Nach Personalkarussell: Dr. Andreas Houben rückt in den OLB-Vorstand auf

Die OLB beruft Dr. Andreas Houben per 1. Juli 2026 zum neuen Vertriebsvorstand (CSO) und stellt weitere Weichen im Risiko- und Investmentmanagement.

Anja Amend

Ein Beitrag von

Anja Amend

Veröffentlicht am

2.7.26

um

9:50

Uhr

Nach Personalkarussell: Dr. Andreas Houben rückt in den OLB-Vorstand auf

Bildnachweis:

OLB

Die Oldenburgische Landesbank AG (OLB) leitet eine umfassende personelle und strategische Neuordnung an ihrer Führungsspitze ein, um die nächste Phase ihres Wachstumskurses konsequent voranzutreiben. Nach der erfolgreichen Einbindung der zuständigen Aufsichtsbehörden hat der Aufsichtsrat des Instituts Dr. Andreas Houben mit Wirkung zum 01. Juli 2026 in den Vorstand der Bank bestellt. Mit dieser Berufung sichert das bankunabhängige Institut nicht nur die personelle Kontinuität in zentralen Steuerungsbereichen, sondern schafft zeitgleich die strukturellen Voraussetzungen, um die laufende Integration innerhalb der Bankengruppe sowie die Positionierung als leistungsstarke Universalbank weiter zu forcieren. Flankiert wird dieser Schritt von einer Reihe weiterer, langfristig angelegter Weichenstellungen im Risiko- und Investmentmanagement, die bis in das Jahr 2027 hineinreichen.  

Doppelrolle für Dr. Andreas Houben im Zeichen der Digitalisierung

In seinem neuen Vorstandsamt übernimmt Dr. Andreas Houben die weitreichende Verantwortung als Chief Sales Officer (CSO). In dieser Funktion zeichnet der 55-Jährige künftig für das gesamte Privatkundengeschäft, den zentralen und digitalen Vertrieb, das Marketing sowie das Produktmanagement und das Digital Banking verantwortlich. Um in einer Phase des intensiven Umbruchs Reibungsverluste zu vermeiden, übernimmt Houben für den Moment zusätzlich die operative Verantwortung des Chief Operating Officer (COO). Damit fallen vorübergehend auch die geschäftskritischen Bereiche Operations, das Project Management Office sowie die gesamte Informationstechnologie (IT) in sein direktes Ressort.  

Mit Blick auf den Markt dürfte eine solche Entscheidung sinnvoll sein, weil die Verknüpfung von digitaler Vertriebskompetenz und der zugrundeliegenden IT-Infrastruktur in einer Hand die Umsetzungsgeschwindigkeit bei der Produktentwicklung drastisch erhöht und klassische Silos zwischen Vertrieb und Abwicklung effektiv aufbricht.

Houben ist in der OLB kein Unbekannter: Seit Anfang Januar 2026 fungierte er bereits als Generalbevollmächtigter der Bank. Zuvor blickte er auf eine langjährige Karriere bei der TARGOBANK zurück, wo er seit 2011 in verschiedenen Führungspositionen aktiv war. Nach Stationen als Bereichsdirektor für die Segmente Konto, Finanzierung und Karten sowie als Ressortleiter für Produkte, Marketing und B2C-Strategie baute er zuletzt das Customer Segment Management auf. Als Prokurist vertrat er das Institut zudem in zahlreichen internen und externen Gremien und Verbänden.  

Christophe Jéhan, CEO der OLB, zeigt sich hocherfreut über die Verstärkung im Führungsteam:

"Ich kenne Andreas seit vielen Jahren und schätze seine fachliche Kompetenz, seinen strategischen Weitblick und seine ausgeprägte Kundenorientierung sehr. Er bringt umfassende Erfahrung in Vertrieb, Produktmanagement und Marketing mit und hat in den vergangenen Monaten bereits maßgeblich zur erfolgreichen Integration unserer Bank beigetragen. Ich freue mich sehr, dass er nun das Management-Team verstärkt. Gemeinsam werden wir die Weiterentwicklung der OLB konsequent vorantreiben und unsere Position als leistungsstarke Universalbank stärken."

Der neu berufene Vorstand selbst blickt ambitioniert auf die kommenden Aufgaben im Konzerngefüge:

"Ich danke dem Aufsichtsrat für das Vertrauen. Die OLB verfügt über eine stark Marktposition, engagierte Mitarbeitende und eine klare strategische Ausrichtung. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit den Teams den Vertrieb weiterzuentwickeln, unsere Kundinnen und Kunden mit exzellenten Lösungen zu begeistern und die Integration innerhalb unserer Gruppe erfolgreich mitzugestalten."

Strategische Rochade im Risiko- und Investmentmanagement

Parallel zur Vorstandsbestellung von Houben hat das Institut die Weichen für eine Neuordnung im Kredit- und Risikobereich gestellt. In Absprache mit den Aufsichtsbehörden wird der amtierende Risikovorstand (Chief Risk Officer; CRO) Chris Eggert mit Wirkung zum 01. Oktober 2026 eine neue strategische Schlüsselposition als Chief Investment Officer (CIO) übernehmen. Eggert, der die erfolgreiche Entwicklung der OLB seit vielen Jahren entscheidend mitgestaltet hat und bestens mit den bestehenden Kundenportfolios vertraut ist, soll in dieser neuen Rolle eine besonders enge Schnittstelle zu den Kundinnen und Kunden der Bank bilden. Seine Ernennung gilt als nachhaltige Lösung, um das wichtige Segment Corporates & Diversified Lending strategisch weiterzuentwickeln.  

Unterstützt wird dieser Bereich zudem durch Christian Bessenroth, den Leiter Commercial Real Estate & International Diversified Lending, den die Bank bereits zum 1. April 2026 als Generalbevollmächtigten eingesetzt hat. Bessenroth, der im Oktober 2021 zur OLB stieß, war maßgeblich am Aufbau einiger der erfolgreichsten Asset-Based-Finanzierungsportfolios des Hauses beteiligt. Seine offizielle Ernennung zum CIO für die entsprechenden Geschäftsbereiche ist planmäßig für das erste Quartal 2027 vorgesehen.  

Annett Daldrup schließt die Lücke im Risikomanagement

Um den fließenden Übergang auf der Risikoseite zu gewährleisten, hat die OLB Annett Daldrup zur neuen Generalbevollmächtigten ernannt. Daldrup wird diese Aufgabe in Personalunion zu ihrer bestehenden Funktion als Generalbevollmächtigte der TARGO Deutschland GmbH ausüben. In ihrer neuen Rolle bei der OLB berichtet sie direkt an Chris Eggert und wird aktiv an der Gestaltung des Risikomanagements mitwirken. Ihre offizielle Bestellung zur neuen Risikovorständin (CRO) und damit direkte Nachfolgerin von Eggert ist zum 1. Oktober 2026 avisiert.  

Daldrup kam im Januar 2025 als Credit Officer Corporate Lending und Ressortleiterin Kreditrisikomanagement Firmenkunden zur TARGOBANK und gilt als ausgewiesene Expertin für Kredit- und Risikoprozesse.

Aus Branchensicht wird spannend zu beobachten sein, wie die OLB die tiefe personelle und prozessuale Verflechtung mit der Targobank nutzt, um Best Practices im Risikomanagement zu etablieren und gleichzeitig die aufsichtsrechtlichen Hürden zu meistern. Denn jede der geplanten künftigen Vorstandsbestellungen steht explizit unter dem Vorbehalt der noch ausstehenden behördlichen Genehmigungen, einschließlich des strengen Eignungs- und Zuverlässigkeitsverfahrens („Fit and Proper“-Test) durch die Europäische Zentralbank (EZB).  

Ähnliche Beiträge