DKB im Rausch: Milliardengewinn befeuert „Angriffsmodus“ bis 2030

Rekordjagd in Berlin: Die Deutsche Kreditbank AG (DKB) erzielt im Geschäftsjahr 2025 einen historischen Vorsteuergewinn von knapp 1,4 Milliarden Euro. Mit der neuen Strategie „DKB 2030“ schaltet die Direktbank nun endgültig in den Angriffsmodus, investiert eine halbe Milliarde Euro in Technologie und bläst zur Jagd auf die Neobroker.

Harry Dörsam

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Harry Dörsam

Veröffentlicht am

5.3.26

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21:17

Uhr

DKB im Rausch: Milliardengewinn befeuert „Angriffsmodus“ bis 2030

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DKB

Die Deutsche Kreditbank (DKB) hat sich im Geschäftsjahr 2025 endgültig von ihrem Image als behäbiger Tanker der Direktbank-Branche verabschiedet und liefert am 5. März 2026 ein beeindruckendes Rekordergebnis ab. Mit einem Vorsteuergewinn von knapp 1,4 Milliarden Euro – nach 1,1 Milliarden Euro im Vorjahr – übertrifft das Berliner Institut nicht nur die eigenen Prognosen, sondern festigt seine Position als hochprofitables Herzstück des BayernLB-Konzerns. Dieser finanzielle Befreiungsschlag ist das Fundament für die radikale Neuausrichtung unter dem Namen „DKB 2030“, mit der die Bank nun das Tempo massiv verschärfen will.

Wachstum statt Fitnessprogramm: 500 Millionen Euro für die Tech-Offensive

Nachdem das Haus in den vergangenen zwei Jahren ein straffes Effizienzprogramm inklusive des Abbaus von rund 400 bis 500 Arbeitsplätzen durchlaufen hat, ist die Schlankheitskur nun beendet. DKB-Chef Sven Deglow machte bei der Vorstellung der Zahlen unmissverständlich klar, dass die Zeit der Zurückhaltung vorbei ist:

„Wir wollen vor allem auf der Privatkundenseite in den Angriffsmodus schalten und unsere Marktposition konsequent ausbauen“

Um dieses Versprechen einzulösen, nimmt die Bank bis zum Ende des Jahrzehnts nochmals 500 Millionen Euro in die Hand, die gezielt in Technologie und Künstliche Intelligenz fließen sollen. Das erklärte Ziel: Die DKB soll vom reinen Banking-Dienstleister zum technologisch führenden digitalen Begleiter ihrer über 5,8 Millionen Kunden werden.

Jagd auf Neobroker: Das Depot als neues Schlachtfeld

Besonders im Visier hat Deglow das lukrative Wertpapiergeschäft, in dem moderne Neobroker wie Trade Republic zuletzt massiv gewildert haben. Bis 2030 will die DKB die Marke von 1,8 Millionen Depots knacken. Um die junge, wechselwillige Klientel zu überzeugen, setzt die Bank auf eine radikale Modernisierung ihres Angebots.

Durch Partnerschaften mit spezialisierten Plattformen wie Upvest bringt die DKB nun Funktionen wie Fractional Shares, Echtzeit-Handel und Cashback-Systeme an den Start, die bisher fast ausschließlich bei Fintechs zu finden waren. Gleichzeitig positioniert sich die Bank als starker Partner für das neue staatlich geförderte Altersvorsorgedepot, um langfristiges Kapital an sich zu binden.

Markteinwertung: Mit praller Kriegskasse gegen die Fintech-Konkurrenz

Die heute präsentierten Zahlen sind eine Machtdemonstration. Während viele etablierte Banken noch mit der Transformation ihrer Geschäftsmodelle ringen, hat die DKB den Schalter bereits umgelegt. Der Gewinn von 1,4 Milliarden Euro ist mehr als nur eine schöne Zahl in der Bilanz – er ist die „Kriegskasse“, mit der sich die Bank die technologische Unabhängigkeit erkauft. Dass die DKB trotz sinkender Zinsen und eines schwierigen Marktumfelds derart wachsen konnte, beweist die enorme Skalierbarkeit ihres digitalen Modells.

Die Strategie „DKB 2030“ ist ein mutiger Schritt: Sie ist der Versuch, die Verlässlichkeit einer klassischen Bank mit der Agilität eines Neobrokers zu verschmelzen. Wenn es Deglow gelingt, die 500 Millionen Euro effizient in KI-getriebene Prozesse und eine nahtlose Customer Journey zu investieren, könnte die DKB zum größten Problem für die Berliner Fintech-Konkurrenz werden. Denn im Gegensatz zu vielen Startups verfügt die DKB bereits über eine riesige, treue Kundenbasis und die nötige finanzielle Ausdauer für einen langen Verdrängungswettbewerb.

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