Die BayernLB glänzt 2025 mit einem Milliardengewinn, doch der schöne Schein trügt: Hinter der Fassade der Münchner Landesbank maskiert die Berliner Tochter DKB zunehmend die Schwächen des Mutterkonzerns.

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Vorstandsvorsitzender Stephan Winkelmeier | Bayern LB
Die BayernLB feiert sich für ein Vorsteuerergebnis von 1.375 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025, doch bei genauerem Hinsehen offenbart die Bilanz eine gefährliche Abhängigkeit. Zwar blieb das Konzernergebnis nach Steuern mit 1.028 Millionen Euro stabil über der Milliarden-Marke, doch der Glanz der Vorjahre verblasst zusehends, da das Ergebnis im Vergleich zu 2024 um rund 200 Millionen Euro einbrach. Dass die Landesbank überhaupt solche Zahlen präsentieren kann, hat sie fast ausschließlich ihrer Berliner Ertragsperle DKB zu verdanken, die als digitaler Hochleistungsmotor die schwächelnde Münchner Mutter im Schlepptau hält.
Vorstandschef Stephan Winkelmeier bemüht sich redlich, das Ergebnis als Erfolg des gesamten Konzerns zu verkaufen, muss aber indirekt eingestehen, wo die wahre Musik spielt:
„Unser Jahresergebnis spiegelt die Robustheit unseres Geschäftsmodells und die Stärke unserer Tochter DKB wider“
Tatsächlich retteten der positive Trend im Einlagen- und Kreditgeschäft der DKB sowie das dortige Wertpapiergeschäft eine Bilanz, die sonst deutlich magerer ausgefallen wäre. Während die DKB liefert, muss Winkelmeier einräumen, dass das gesunkene Zinsniveau den Zinsüberschuss des Konzerns bereits auf 2.656 Millionen Euro gedrückt hat. Sein Versprechen, man stehe den Kunden als „leistungsfähiger und verlässlicher Finanzpartner“ zur Seite, klingt angesichts der massiven Abhängigkeit von einer einzigen Tochtergesellschaft fast schon wie ein Pfeifen im Walde.
Besonders kritisch bleibt die Lage im Immobilien-Portfolio der BayernLB. Trotz einer insgesamt gesunkenen Risikovorsorge von 375 Millionen Euro musste die Bank im Bereich Gewerbeimmobilien erneut Millionen für drohende Ausfälle zur Seite legen.
Hinzu kommt ein negatives Bewertungsergebnis von 61 Millionen Euro, das die Wunden im Immobilienbereich weiter vertieft. Gleichzeitig explodieren die Kosten: Der Verwaltungsaufwand schoss auf knapp 1,7 Milliarden Euro in die Höhe, getrieben durch Inflation, teure IT-Projekte und steigende Tariflöhne. Dies drückte die Effizienzkennzahl (Cost-Income-Ratio) deutlich von 42,5 auf 48,2 Prozent nach oben – ein Warnsignal für jeden Analysten. Wenngleich hier einzuräumen ist, dass die Cost-Income-Ratio im Branchenvergleich sehr gut aussieht.
Man darf sich von der harten Kernkapitalquote von 20,9 Prozent nicht blenden lassen. Die BayernLB ist heute eine Zwei-Klassen-Bank: Auf der einen Seite steht die moderne, hochprofitable DKB, die Millionen von Privatkunden begeistert. Auf der anderen Seite agiert eine klassische Landesbank, die mühsam versucht, ihr riskantes Immobilien-Erbe zu verwalten und gegen die schleichende Erosion ihrer Zinserträge anzukämpfen.
Das Problem: Die DKB kann nicht ewig alle Löcher stopfen. Wenn das Zinsumfeld weiter dreht und die Kosten in München nicht radikal unter Kontrolle gebracht werden, droht die BayernLB zu einer Bank zu werden, die ohne ihre Berliner Tochter kaum noch lebensfähig wäre. Die stolze Eigenkapitalrendite von 10,5 Prozent ist zu einem großen Teil ein „importierter“ Erfolg. Winkelmeier und sein Team stehen unter massivem Druck, endlich zu beweisen, dass die Kernbank auch aus eigener Kraft wieder zu alter Stärke zurückfinden kann, anstatt sich hinter den glänzenden Zahlen der DKB zu verstecken.

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