Die Commerzbank kann nach Einigung mit dem Gesamtbetriebsrat den Stellenabbau umsetzen: Bis Ende 2027 sollen rund 3.900 Jobs wegfallen, 3.300 davon in Deutschland. Versetzungen gegen den Willen der Beschäftigten sind ausgeschlossen; international bleibt der Konzernbestand stabil.

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Commerzbank AG
Bei der Commerzbank ist der Weg für den Abbau tausender Stellen frei: Nach einer abschließenden Einigung mit den Betriebsräten können die bereits im Frühjahr skizzierten Pläne nach dpa-Informationen umgesetzt werden. Der Gesamtbetriebsrat billigte die für die Fachbereiche ausgehandelten Teilinteressenausgleiche. In den Regelungen ist unter anderem festgeschrieben, dass Beschäftigte nicht gegen ihren Willen versetzt werden dürfen und Gehälter in Höhe und Struktur gewahrt bleiben. Der Vorstand hatte Mitte Februar angekündigt, bis Ende 2027 rund 3.900 Vollzeitstellen zu streichen, davon etwa 3.300 in Deutschland.
Der Personalumbau ist Teil des Effizienzprogramms, mit dem die Bank ihre Kostenbasis senken und die Profitabilität steigern will. Strategisch steht der Kurs auch im Zeichen der Unabhängigkeit: Seit Monaten wächst der Druck durch UniCredit, die ihren Anteil an der Commerzbank sukzessive erhöht und eine engere Anbindung anstrebt. Mit klaren Renditezielen und einer schlankeren Aufstellung will das Management die Eigenständigkeit untermauern und Investoren überzeugen.
Die Bank setzt bei der Reduktion vor allem auf sozialverträgliche Instrumente wie Altersteilzeit und Vorruhestandsregelungen. Gleichzeitig sollen an internationalen Standorten – etwa bei der polnischen Tochter mBank oder in asiatischen Hubs – zusätzliche Stellen entstehen. Dadurch soll die Zahl der Vollzeitkräfte im Konzern in etwa stabil bei rund 36.700 bleiben, während die deutschen Einheiten entlastet werden. Die jetzt vereinbarten Teilinteressenausgleiche konkretisieren die Umsetzung in den Bereichen und schaffen Planungssicherheit für die Belegschaft.

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