Die Commerzbank hat sich mit dem Betriebsrat auf die Modalitäten des angekündigten Stellenabbaus geeinigt. Der Umbau ist Teil der Strategie zur Effizienzsteigerung – und ein Signal für Eigenständigkeit gegenüber UniCredit.

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Commerzbank AG
Die Commerzbank hat sich mit dem Gesamtbetriebsrat auf die Bedingungen für den angekündigten Stellenabbau verständigt. Rund 3.000 Arbeitsplätze sollen in Deutschland sozialverträglich wegfallen. Der Schritt ist Teil der Strategie „Momentum“, mit der sich das Institut für die kommenden Jahre effizienter aufstellen und gleichzeitig seine Eigenständigkeit gegenüber externen Übernahmeplänen behaupten will.
Im Zuge der Einigung wurden ein Rahmensozialplan und ein Interessenausgleich vereinbart. Die Bank setzt auf bewährte Instrumente wie Altersteilzeitmodelle, Vorruhestandsregelungen und freiwillige Abfindungsprogramme. Besonders betroffen ist der Verwaltungsbereich. In anderen Teilen des Konzerns, etwa in Wachstumsfeldern, sollen gleichzeitig neue Stellen entstehen. Die Gesamtzahl der Arbeitsplätze im Konzern soll sich damit langfristig kaum verändern.
Personalvorständin Sabine Minarsky sprach von einem wichtigen Schritt zur Umsetzung der neuen Unternehmensstrategie. Gesamtbetriebsratsvorsitzender Sascha Uebel hob hervor, dass die Vereinbarungen zügig auf den Weg gebracht wurden. Die konkrete Umsetzung in den einzelnen Geschäftsbereichen soll bis Herbst erfolgen.
Der Stellenabbau ist Teil einer umfassenden Restrukturierung, mit der die Commerzbank ihre Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität steigern will. Gleichzeitig sendet die Bank damit ein Signal an Investoren und den Kapitalmarkt, dass sie ihre Eigenständigkeit bewahren möchte – trotz des gestiegenen Einflusses der italienischen Großbank UniCredit, die sich zuletzt Zugriff auf rund 28 Prozent der Anteile gesichert hatte.
Die Übernahmeabsichten der UniCredit sind auch Thema auf der Hauptversammlung, die in diesem Jahr wieder als Präsenzveranstaltung in Wiesbaden stattfindet. Betriebsrat und Gewerkschaft Verdi planen im Vorfeld eine Versammlung, um gegen das aus ihrer Sicht „feindliche“ Vorgehen des potenziellen Kaufinteressenten zu protestieren.
Unterdessen sorgt das operative Ergebnis der Bank für positive Impulse. Der jüngst veröffentlichte Quartalsgewinn war der höchste seit 2011. Die Aktie befindet sich in einem Aufwärtstrend und erreichte mit zuletzt 26,23 Euro ein neues Mehrjahreshoch. Analysten, darunter Morgan Stanley, sehen weiteres Potenzial – mit einem Kursziel von bis zu 30 Euro. Die aktuellen Zahlen stärken die Position des Managements im Ringen um die zukünftige Ausrichtung der Bank.

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