Nach dem Scheitern der geplanten Übernahme von Banco Sabadell zieht BBVA die Konsequenzen und kündigt ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm an. Spaniens Bankenmarkt bleibt damit weiter fragmentiert – ein Signal gegen großangelegte Fusionen.

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BBVA
Nur ein Viertel der Aktionäre unterstützte die geplante Fusion. Nach dem geplatzten Deal kündigt BBVA ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm an – und sucht nach einer neuen Strategie im Heimatmarkt.
Die spanische Großbank BBVA ist mit ihrem Versuch gescheitert, den kleineren Wettbewerber Banco Sabadell zu übernehmen. Wie die Aufsichtsbehörde CNMV am Donnerstagabend mitteilte, nahmen lediglich 25,47 Prozent der Aktionäre das Übernahmeangebot an – zu wenig, um die angestrebte Kontrollmehrheit zu erreichen. Damit ist der zweite Fusionsversuch innerhalb von fünf Jahren endgültig gescheitert.
BBVA hatte 2024 für jede Sabadell-Aktie 4,8376 eigene Papiere geboten. Das entsprach einer Bewertung von rund 16,3 Milliarden Euro und damit etwa dem damaligen Börsenwert des Instituts. Trotz intensiver Gespräche und öffentlicher Appelle gelang es der Bank nicht, eine ausreichende Zustimmung zu erreichen. Vor allem die Führung von Banco Sabadell hatte sich früh gegen die Übernahme ausgesprochen und das Angebot als „unterbewertet“ kritisiert.
BBVA reagierte unmittelbar auf das Scheitern und kündigte ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm an. Das Management sprach von einer „signifikanten“ Kapitalmaßnahme, mit der überschüssige Mittel an die Anteilseigner zurückgeführt werden sollen. Nach Jahren der Expansion steht für das Institut nun offenbar wieder die Kapitalrendite im Vordergrund.
Das Scheitern der Übernahme markiert einen Rückschlag für BBVA-Chef Carlos Torres Vila, der mit dem Zusammenschluss die Marktposition in Spanien deutlich stärken wollte. Zusammen hätten beide Institute rund 20 Prozent der nationalen Einlagenbasis kontrolliert – ein Schritt, der BBVA in die Nähe von Marktführer CaixaBank gebracht hätte.
Mit dem Aus der Transaktion bleibt der spanische Bankenmarkt weiter stark zersplittert. Nach den Fusionen der vergangenen Jahre – etwa von CaixaBank und Bankia oder Unicaja und Liberbank – galt eine Annäherung zwischen BBVA und Sabadell als logische Fortsetzung der Konsolidierungswelle. Nun ist klar: Die politische und regulatorische Skepsis gegenüber weiteren Zusammenschlüssen bleibt groß.
Für Sabadell ist die gescheiterte Offerte zugleich eine Bestätigung der eigenen Sanierungsstrategie. Das Institut konnte in den vergangenen Quartalen die Profitabilität steigern und seine Bilanzstruktur verbessern. Die Aktien des Unternehmens reagierten am Freitag kaum, nachdem sie seit Bekanntwerden des Übernahmeangebots bereits stark gestiegen waren.
Ob BBVA künftig einen neuen Anlauf wagt, gilt als offen. Beobachter verweisen darauf, dass der Konzern seine Expansionsstrategie nun stärker auf Lateinamerika und den Bereich Digital Banking ausrichten könnte. Für die spanische Bankenlandschaft bedeutet das vorerst Stillstand – und die Erkenntnis, dass nationale Großfusionen politisch wie strategisch schwer durchzusetzen sind.

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