Barclays will seinen IB-Marktanteil in Deutschland bis 2027 von 3,7 auf mindestens 5 % steigern. Deutschlandchefin Ingrid Hengster mahnt schnelle Reformen an – von ZuFinG über Wachstumschancengesetz bis zum EU-Listing-Act –, „denn es gibt keine Alternative zum Optimismus“.

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Barclays dreht im deutschen Investmentbanking an der Stellschraube: Deutschlandchefin Ingrid Hengster kündigte in einer Runde des Internationalen Clubs Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW) an, den Marktanteil über alle IB-Bereiche von derzeit 3,7 auf mindestens 5 Prozent anheben zu wollen – und zwar bis zum übernächsten Jahr
„Wir wollen nach den fünf großen US-Banken die Nummer sechs sein, idealerweise sogar eine US-Bank überholen.“
Die Botschaft ist klar: Barclays will im Mandatswettbewerb sichtbarer werden – bei M&A, Kapitalmarkt- und Finanzierungsmandaten ebenso wie im Finanzierungskonsortium großer europäischer Corporates.
Hengster verknüpft die Ziele mit einem Appell Richtung Berlin und Brüssel: Geplante Reformen müssten „zügig“ umgesetzt werden, damit Deutschland für Investoren attraktiver werde. „Wir dürfen nicht zu lange warten, diese Reformen anzupacken.“ Tatsächlich liegen die Rahmenbedingungen nicht nur in den Händen der Banken.
Das Zukunftsfinanzierungsgesetz soll privates Kapital mobilisieren und den Kapitalmarkt modernisieren, das Wachstumschancengesetz bringt steuerliche Entlastungen und Bürokratieabbau – beide Vorhaben zielen auf ein investitionsfreundlicheres Umfeld. Parallel erleichtert der EU-Listing-Act seit Ende 2024 Kapitalmarkttransaktionen, etwa durch vereinfachte Prospektregeln für Sekundäremissionen. Zusammengenommen könnten diese Bausteine die Pipeline bei Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungen stützen – sofern sie in der Praxis schnell greifen. „Es gibt keine Alternative zum Optimismus“, so Hengster.
Dass globale Konzerne in syndizierten Strukturen gezielt europäische Institute neben US-Häusern suchen, spielt Barclays in die Karten. Der Anspruch, bis 2027 die 5-Prozent-Marke zu erreichen, setzt jedoch voraus, dass die Bank Mandatsgewinne über mehrere Produktlinien hinweg skaliert – von Leveraged/Acquisition Finance über ECM/DCM bis Advisory – und die deutsche Kundschaft verlässlich Zugang zu internationaler Platzierungskraft erhält. Gelingt zugleich der Schulterschluss mit der Politik, könnten IPO-/Follow-on-Fenster und große Transformationsfinanzierungen häufiger wieder aus Frankfurt gesteuert werden. Das Ziel ist hoch, aber messbar – und damit ein Lackmustest für die tatsächliche Wirkung der Kapitalmarkt-Reformen.

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