Milliarden-Offensive in London: Die Zurich Insurance Group erhöht den Druck auf den britischen Spezialversicherer Beazley und legt ein massiv nachgebessertes Angebot auf den Tisch.

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Es ist ein Angebot, das in der Londoner City wie ein Donnerschlag hallt – und das die Aktionäre des britischen Spezialversicherers Beazley kaum ignorieren können dürften. Die Zurich Insurance Group hat den Übernahmepoker um den britischen Konkurrenten am heutigen Montag drastisch verschärft. Nachdem ein erstes Avancen-Schreiben Anfang Januar vom Beazley-Board noch kühl als „unterbewertet“ zurückgewiesen wurde, legen die Schweizer nun die finanzielle Brechstange an.
Das neue Angebot ist eine unverhohlene Kampfansage an die Unabhängigkeit der Briten: 1.280 Pence in bar bietet Zurich nun pro Beazley-Aktie. Das entspricht einem satten Aufschlag von 56 Prozent auf den letzten Schlusskurs und liegt selbst 32 Prozent über dem Allzeithoch, das die Aktie im Sommer 2025 markierte. Die Botschaft aus der Zürcher Konzernzentrale ist unmissverständlich: Wir wollen diesen Deal, und wir wollen ihn jetzt. Man sei der Überzeugung, dass dieser Preis den „fundamentalen Wert“ von Beazley nicht nur widerspiegele, sondern den Aktionären einen sofortigen Zahltag beschere, den das Unternehmen aus eigener Kraft in absehbarer Zeit kaum erreichen könne.
Strategisch ergibt der aggressive Vorstoß für die Schweizer Sinn. Mit der Übernahme würde ein globaler Gigant im Bereich der Spezialversicherungen entstehen – jenem lukrativen Marktsegment, das komplexe Risiken abdeckt, von Cyberattacken bis hin zu Schiffshavarien. Gemeinsam kämen die Unternehmen auf ein Prämienvolumen von rund 15 Milliarden Dollar.
Für Zurich wäre Beazley zudem der goldene Schlüssel zum renommierten Versicherungsmarkt Lloyd’s of London, wo die Briten eine feste Größe sind. Es geht also nicht nur um Wachstum, sondern um den Zugang zu exklusiven Vertriebskanälen und spezialisiertem Underwriting-Know-how.
Doch der Zeitplan ist eng gestrickt. Gemäß dem britischen Übernahmerecht (UK Takeover Code) hat Zurich nun eine harte Deadline im Nacken. Bis zum 16. Februar 2026, also kurz nach dem Valentinstag, müssen die Schweizer erklären, ob sie eine feste Übernahmeabsicht erklären oder sich zurückziehen („Put up or shut up“).
Die Finanzierung des Deals soll durch einen Mix aus vorhandenen Barmitteln, neuen Schulden und einer Kapitalerhöhung gestemmt werden. Zurich betont zwar, ein „disziplinierter Käufer“ zu sein, doch der drastische Preissprung gegenüber dem abgelehnten Angebot von 1.230 Pence zeigt, wie ernst es CEO Mario Greco ist. Der Ball liegt nun im Feld des Beazley-Managements. Sollte sich das Board erneut sperren, dürfte der Druck der eigenen Aktionäre angesichts der enormen Prämie immens werden. Der Übernahmekrimi in der europäischen Versicherungsbranche geht in die heiße Phase.

Alarmstufe Rot bei der Finanzierung: Fast 38 Prozent der Mittelständler berichten von erschwertem Kreditzugang – ein Rekordwert. Trotz sinkender Zinsen bleiben die Banken extrem vorsichtig.

Antizyklische Attacke: Während Superreiche London verlassen, will die Deutsche Bank 250 neue Berater für Hochvermögende einstellen. Vorstand Claudio de Sanctis plant den Angriff auf der Insel.

Meilenstein in den USA: Die UBS erhält die vorläufige Genehmigung für eine nationale Banklizenz. Damit stärkt die Schweizer Großbank ihre Position im amerikanischen Wealth Management und nähert sich der finalen Zulassung.