Die Allianz übernimmt HSBC Life Singapore für 2,0 Milliarden Euro und sichert sich eine 15-jährige exklusive Vertriebspartnerschaft mit der HSBC.

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Allianz SE
Der Münchner Versicherungskonzern Allianz holt zum Wachstumsschlag auf dem asiatischen Wachstumsmarkt aus. Nachdem die geplante Übernahme der singapurischen Income Insurance Ende 2024 am politischen Widerstand im Stadtstaat gescheitert war, sichern sich die Münchner nun ein anderes schwergewichtiges Portfolio. Über die Tochtergesellschaft Allianz Asia Holding Pte Ltd übernimmt die Allianz die HSBC Life Singapore Pte Ltd. Der Gesamtpreis für den Kauf und eine zeitgleich geschlossene Kooperation beläuft sich auf 2,0 Milliarden Euro (umgerechnet rund 2,09 Milliarden US-Dollar).
Der Deal besteht aus zwei eng miteinander verflochtenen Bausteinen. Neben dem Kauf des Versicherers vereinbaren die Allianz und die HSBC Bank (Singapore) Limited eine exklusive, auf 15 Jahre angelegte Vertriebspartnerschaft. Über diesen Bancassurance-Kanal erhält die Allianz Zugang zum Kundenstamm von HSBC Singapore für den Vertrieb von Absicherungs-, Gesundheits-, Altersvorsorge- und Vermögensaufbaulösungen. Die Vereinbarung baut auf einer bereits seit mehr als zehn Jahren bestehenden Kooperation der beiden Konzerne im asiatisch-pazifischen Raum auf.
Der Vorstandsitzende der Allianz SE, Oliver Bäte, ordnet den strategischen Zukauf in den globalen Expansionskurs des Konzerns ein:
"Singapur ist das Zentrum unserer Aktivitäten im asiatisch-pazifischen Raum und ein zentraler Baustein in unserer globalen Wachstumsstrategie. Singapur ist ein zukunftsorientierter, global vernetzter und resilienter Markt – und eine Nation, der das Wohlergehen ihrer Menschen besonders am Herzen liegt. Mit dem Ausbau unserer Präsenz in Singapur bekräftigen wir unser Versprechen, weltweit für mehr Menschen da zu sein, wenn es um Absicherung, Gesundheit, Altersvorsorge und Vermögensaufbau geht."
Mit dem Zukauf übernimmt die Allianz ein ertragsstarkes Substrat im lokalen Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft. HSBC Life Singapore erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen operativen Gewinn von 80 Millionen Euro bei einem Eigenkapital von 1,2 Milliarden Euro. Das Zielunternehmen genießt insbesondere im Segment vermögender Privatpersonen eine starke Marktstellung und wurde im AFFLUENTIAL WealthLens Report für die Jahre 2024 und 2025 entsprechend ausgezeichnet.
Auch Renate Wagner, Mitglied des Vorstands der Allianz SE, hebt die langjährige Verankerung in der Region hervor:
"Als weltweit führende Versicherungsmarke vertrauen unsere Kundinnen und Kunden weltweit darauf, dass die Allianz ihre Zukunft absichert und ihnen zur Seite steht. Die Allianz hat eine mehr als hundertjährige Präsenz in Asien und steht unseren Kundinnen und Kunden in Singapur seit über 25 Jahren als vertrauenswürdiger Partner zur Seite. Mit der strategischen Übernahme dieses hochwertigen Geschäfts bauen wir auf diesem starken Fundament auf, um noch mehr Menschen und Gemeinschaften noch umfassender zu unterstützen."
Der Vollzug der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen und wird für das erste Halbjahr 2027 erwartet. Mittelfristig stellt die Allianz einen zweistelligen Return on Investment in Aussicht.
Aus strategischer Sicht zeigt die Transaktion, wie entschlossen die Münchner Führung den asiatischen Markt trotz Rückschlägen bearbeitet. Nachdem der Einstieg bei Income Insurance politisch blockiert wurde, wählt die Allianz nun den Weg über das exklusive Banking-Segment. Die Milliarden-Investition untermauert das Bestreben, strukturelle Trends wie die rasch alternde Bevölkerung und das hohe Sparvermögen im Finanzplatz Singapur gewinnbringend zu nutzen.
Der Erfolg des Deals wird jedoch maßgeblich davon abhängen, ob die kalkulierten zweistelligen Renditen über den 15-jährigen Vertriebskanal nach dem geplanten Abschluss 2027 tatsächlich realisiert werden können oder ob der stolze Kaufpreis von zwei Milliarden Euro die Profitabilität in einem hart umkämpften Umfeld vorerst belastet.

Die Allianz SE verkleinert ihren Vorstand von neun auf acht Mitglieder. Günther Thallinger scheidet Ende 2026 aus, seine Ressorts werden neu verteilt.