ABN AMRO übernimmt die NIBC Bank von Blackstone für rund 960 Mio. €. Mit dem Zukauf stärkt die Großbank ihr Hypotheken- und Spargeschäft, stellt ihre Markenstrategie neu auf und erwartet eine Kapitalrendite von 18 % bis 2029.

Bildnachweis:
ABN AMRO
Die niederländische Großbank ABN AMRO übernimmt die NIBC Bank von Blackstone und baut damit ihre Position im Retailgeschäft deutlich aus. Der Kaufpreis beträgt rund 960 Millionen Euro, was 0,85 des Buchwerts von NIBC entspricht. Der Abschluss der Transaktion wird – vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen – in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet.
Mit der Übernahme gewinnt ABN AMRO rund 325.000 neue Spar- und 200.000 Hypothekenkunden hinzu. Die NIBC, gegründet 1945, ist auf Hypothekendarlehen, Sparprodukte sowie Finanzierungen in Gewerbeimmobilien und digitaler Infrastruktur spezialisiert. Zusätzlich betreut sie etwa 175 Firmenkunden – überwiegend in den Niederlanden und im nordwesteuropäischen Marktumfeld, das auch ABN AMROs geografischen Schwerpunkt bildet.
„Die Akquisition von NIBC bietet eine einmalige Chance, unsere Position im niederländischen Privatkundengeschäft weiter zu stärken“, sagte ABN-AMRO-Chefin Marguerite Bérard.
„Sie unterstützt unser Ziel profitablen Wachstums, effizienter Kapitalnutzung und einer schlankeren Kostenbasis.“
NIBC gilt als „natürliche Ergänzung“ des bestehenden Geschäfts, betonte Annerie Vreugdenhil, Chief Commercial Officer Personal & Business Banking. Die Übernahme bringe zusätzliches Volumen in das Hypothekengeschäft und erweitere die Sparte für vermögende Privatkunden.
Im Zuge der Transaktion will ABN AMRO ihre Markenstrategie im Hypothekensegment neu ordnen. Der Fokus soll künftig auf den Kernmarken ABN AMRO und Florius liegen; die Marke Moneyou wird eingestellt. Damit soll Raum geschaffen werden, das NIBC-Hypothekenlabel in die Markenstruktur zu integrieren.
Darüber hinaus plant die Bank, die ABN AMRO Hypotheken Groep B.V. rechtlich in die ABN AMRO Bank N.V. zu verschmelzen, um Prozesse weiter zu vereinfachen.
Laut ABN AMRO wird die Akquisition ab 2029 eine Rendite auf das eingesetzte Kapital von rund 18 Prozent liefern. Der Einfluss auf die harte Kernkapitalquote (CET1) wird auf rund 70 Basispunkte geschätzt. Das Institut rechnet mit erheblichen Synergieeffekten – bei vergleichsweise niedrigen Integrationsrisiken.
Für die Eigentümerseite kommentierte Qasim Abbas, Head of Tactical Opportunities International bei Blackstone: „Wir sind stolz darauf, NIBC auf ihrem Weg zu einer stärkeren und widerstandsfähigeren Bank begleitet zu haben, und wünschen dem Team viel Erfolg für die Zukunft.“
Mit der geplanten Übernahme festigt ABN AMRO ihre führende Rolle im Heimatmarkt und baut ihre Position in den Nachbarländern Deutschland und Belgien aus. Zudem prüft die Bank mögliche Synergien zwischen dem NIBC-Angebot und ihrer Beteiligung an der Investmentplattform BUX.
„Durch die Kombination unserer Netzwerke und Kulturen entsteht ein starker gemeinsamer Marktauftritt“, sagte NIBC-Chef Nick Jue. „Für unsere Kunden und Mitarbeitenden ist dies ein logischer und zukunftsorientierter Schritt.“

Machtwechsel im Maschinenraum der Deutschen Bank: Gerald Podobnik steigt zum Global Co-Head der Corporate Bank auf und bildet künftig ein schlagkräftiges Führungsduo mit David Lynne.

Rekordjagd in Berlin: Die Deutsche Kreditbank AG (DKB) erzielt im Geschäftsjahr 2025 einen historischen Vorsteuergewinn von knapp 1,4 Milliarden Euro. Mit der neuen Strategie „DKB 2030“ schaltet die Direktbank nun endgültig in den Angriffsmodus, investiert eine halbe Milliarde Euro in Technologie und bläst zur Jagd auf die Neobroker.

Vivid knackt die Marke von 100.000 KMU-Kunden und setzt mit Zinsen von bis zu 5 % auf USD und GBP ein fettes Ausrufezeichen im Markt. Mit der neuen Web-Plattform und erweiterten Treasury-Tools mutiert die Neobank zum kompletten „Financial Operating System“ für internationale Gründer und fordert die etablierte Konkurrenz frontal heraus.