Michael Diederich wechselt vom FC Bayern zurück in die Bankenwelt – und übernimmt eine Schlüsselrolle bei der Deutschen Bank. Ein bemerkenswerter Schritt zwischen Fußball, Finanzwelt und Führungsambitionen.

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FC Bayern München
Ein Karriereweg, wie ihn selbst die Kombination aus Bundesliga und Investmentbank selten sieht: Michael Diederich, bis dato Finanzchef des FC Bayern München, kehrt in die Finanzwelt zurück – und übernimmt ab Oktober 2025 eine führende Rolle bei der Deutschen Bank.
Mit dem Wechsel zur Deutschen Bank tritt Diederich an die Seite von David Lynne als globaler Co-Leiter der Unternehmensbank. Die Verantwortung liegt dabei insbesondere auf dem deutschen Markt – ein Terrain, das Diederich wie kaum ein anderer kennt. Von Frankfurt aus wird er zudem Mitglied des Konzernleitungskomitees und berichtet direkt an Fabrizio Campelli, der die Bereiche Unternehmens- und Investmentbank im Vorstand verantwortet.
Diederich bringt mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Finanzwelt mit, insbesondere im Firmenkundengeschäft. Als Vorstandssprecher der Hypovereinsbank prägte er von 2018 bis 2023 die strategische Ausrichtung der Bank und war gleichzeitig im Top-Management der Unicredit-Gruppe aktiv.
Sein Wechsel in die Führungsetage des FC Bayern München im Mai 2023 sorgte für mediale Aufmerksamkeit. Als Finanzvorstand und stellvertretender CEO begleitete er zentrale Projekte, wie auch Präsident Herbert Hainer betont: „Viele Themen und Projekte angestoßen, viele neue Impulse gesetzt und wichtige Partnerschaften für eine erfolgreiche Zukunft des FC Bayern etabliert.“
Trotz des prominenten Amts war Diederichs Zeit an der Säbener Straße offenbar als Episode gedacht. Zwar galt er als wirtschaftlich versierter Impulsgeber, doch das operative Fußballgeschäft tickt anders als der Bankensektor. Während der Club 2024 über eine Milliarde Euro Umsatz verbuchte, bleibt das operative Geschäft des FC Bayern vergleichsweise überschaubar – insbesondere für einen Manager, der zuvor ein Institut mit einer Bilanzsumme von 273 Milliarden Euro verantwortete.
Ob der Wechsel zur Deutschen Bank als Aufstieg oder Rückschritt zu werten ist, hängt von der Perspektive ab. Als Vorstandssprecher der HVB bekleidete Diederich eine Spitzenposition mit direkter Konzernverantwortung. Bei der Deutschen Bank wird er unterhalb des Vorstands tätig sein, allerdings bei einem Haus mit ungleich größerer Bilanzsumme (1,387 Billionen Euro) und höherem Ergebnisniveau (30,1 Milliarden Euro Ertrag in 2024). Die Unternehmensbank alleine steht für 7,5 Milliarden Euro Umsatz.
Sein Einfluss dürfte damit zwar formal geringer ausfallen als zuletzt bei der HVB, doch die Dimensionen und die Nähe zum Konzernvorstand sprechen für eine strategisch gewichtige Rolle im wichtigsten Unternehmensbereich der Bank.
Mit seiner Rückkehr in die Finanzbranche trifft Diederich auf einen CEO, der seine sportliche Leidenschaft teilt: Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, hätte nach eigener Aussage einst gern Sportjournalist werden wollen – wenn da nicht der Numerus clausus gewesen wäre.

Führungswechsel bei der Frankfurter Sparkasse: Dr. Arne Weick übernimmt zum 1. April 2026 den Vorstandsvorsitz. Er folgt auf Dr. Ingo Wiedemeier, der als Finanzvorstand zur Muttergesellschaft Helaba wechselt.

Nächster Schlag der Aufseher: Die EZB verdonnert JP Morgan zu einer Strafe von 12,2 Millionen Euro. Die US-Großbank meldete über Jahre hinweg zu niedrige Risiken und wies dadurch geschönte Kapitalquoten aus. Nach einer jüngsten BaFin-Rekordstrafe rücken die internen Kontrollsysteme der Bank massiv in den Fokus.

Rekordzahlen und Dividenden-Hammer: Der Online-Broker flatexDEGIRO übertrifft seine eigenen Ziele für 2025 und plant eine Versiebenfachung der Dividende auf 0,30 Euro je Aktie. Für 2026 peilt das Unternehmen weiteres profitables Wachstum durch neue Produkte wie Krypto-Handel und Altersvorsorge-Depots an.