Deutsche Bank verlängert mit Privatkundenchef Claudio de Sanctis um drei Jahre. IT-Vorstand Bernd Leukert bleibt vorerst an Bord, da die Nachfolgesuche stockt.

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Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank sorgt für Klarheit an der Konzernspitze, wenn auch aus unterschiedlichen Motiven. Während der Vertrag von Privatkundenvorstand Claudio de Sanctis vorzeitig als Belohnung für den erfolgreichen Umbau verlängert wurde, bleibt IT-Chef Bernd Leukert eher aus der Not heraus länger im Amt.
Wie das Handelsblatt unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, hat das Kontrollgremium den eigentlich im Sommer 2026 auslaufenden Vertrag von de Sanctis um weitere drei Jahre verlängert. Der italienische Manager, der den Bereich im Juli 2023 inmitten der Postbank-Integrationskrise übernahm, gilt intern als Sanierer, der geliefert hat.
Die Verlängerung für de Sanctis galt als Formsache. Unter seiner Ägide hat sich die Profitabilität der einstigen Problemsparte massiv verbessert – die Rendite wurde mehr als verdoppelt. Erreicht wurde dies durch einen strikten Sparkurs:
Die Strategie folgt der Vorgabe von CEO Christian Sewing, der im November betonte, dass die Bank in der Bau- und Konsumentenfinanzierung „im Verhältnis zur Wertschöpfung zu groß dimensioniert“ sei. Der Fokus verschiebt sich klar in Richtung des margenstärkeren Wealth Managements und des Geschäfts mit vermögenden Kunden.
Komplizierter gestaltet sich die Lage im Technologie-Ressort. Der ehemalige SAP-Manager Bernd Leukert, der seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag eigentlich nicht verlängern wollte, hängt nun doch noch einige Monate dran. Der Grund: Die Deutsche Bank hat bislang keinen geeigneten Nachfolger gefunden.
Leukert werde seine Arbeit „bis auf Weiteres“ fortsetzen, bis eine Nachfolgelösung steht. Intern soll sich Aufsichtsratschef Alexander Wynaendts ausdrücklich dafür bedankt haben, dass Leukert bereit ist, diese Lücke zu füllen.
Für Leukert ist es ein Abgang mit einem Teilerfolg: Die massiven IT-Probleme nach der Postbank-Migration, die 2023 für Chaos sorgten, sind weitgehend behoben. Erst im November zog die Finanzaufsicht BaFin ihren Sonderbeauftragten ab – ein Signal, dass die Prozesse wieder im Griff sind. Dennoch bleibt die stockende Suche nach einem neuen IT-Chef eine Baustelle für die Bankführung.

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