Rekordjahr für die Baader Bank: Handelsboom treibt Milliardengewinne

Die Baader Bank hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem historischen Rekordergebnis abgeschlossen und ihren Vorsteuergewinn um beeindruckende 81 Prozent auf 72,9 Millionen Euro gesteigert.

Harry Dörsam

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Harry Dörsam

Veröffentlicht am

26.3.26

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13:28

Uhr

Rekordjahr für die Baader Bank: Handelsboom treibt Milliardengewinne

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Baader Bank

Die Baader Bank AG blickt auf das erfolgreichste Jahr ihrer Unternehmensgeschichte zurück und profitiert massiv von der hohen Volatilität an den globalen Kapitalmärkten. In einem Umfeld, das durch KI-Trends, geopolitische Spannungen und eine bemerkenswerte Gold-Rally geprägt war, konnte das Institut seinen Konzernüberschuss nach Steuern auf 50,7 Millionen Euro mehr als verdoppeln.

Das Ergebnis aus dem Handelsgeschäft war dabei der zentrale Ertragsmotor und wuchs auf 131,3 Millionen Euro an, während auch das Provisionsgeschäft deutliche Zuwächse verzeichnete. Diese Ertragsstärke schlägt sich unmittelbar in der Rentabilität nieder: Die Eigenkapitalrendite nach Steuern sprang auf einen Spitzenwert von 26,8 Prozent.

Strategischer Umbau an der Führungsspitze

Zusammen mit den Rekordzahlen verkündete die Bank am 26. März 2026 eine entscheidende personelle Weichenstellung im Rahmen einer langfristigen Nachfolgeplanung. Nico Baader, der das Haus seit 2015 als Vorstandsvorsitzender durch eine Phase massiver Expansion und die Erlangung der Vollbanklizenz führte, wird sein Mandat zum 30. Juni 2026 im besten Einvernehmen niederlegen.

Er wechselt zum 1. Juli 2026 in die Geschäftsführung der Mutterholding Baader Beteiligungs GmbH und strebt nach einer Abkühlphase einen Sitz im Aufsichtsrat der Bank an. Neuer Vorstandsvorsitzender wird Oliver Riedel, der bereits seit 2015 dem Vorstand angehört und maßgeblich für den Ausbau des Marktbereichs verantwortlich zeichnet. Ergänzt wird das Gremium durch Kai Göhring, der zum neuen Vorstandsmitglied bestellt wurde.

B2B2C-Geschäft: Wachstum trotz Partner-Migration

Im strategisch wichtigen Geschäft mit Neobrokern und Vermögensverwaltern zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Zwar sanken die absolute Kundenanzahl und das betreute Volumen durch die planmäßige De-Migration eines großen Kooperationspartners zum Jahresende 2025 rechnerisch um etwa ein Drittel. Bereinigt um diesen Sondereffekt verzeichnete die Baader Bank jedoch ein organisches Wachstum der Kundenzahlen um 33 Prozent.

Neue Partnerschaften mit Plattformen wie MyMarkets und JoeBroker sowie die Vertiefung der Kooperation mit NAO im Bereich der Private Market Fonds unterstreichen die Attraktivität der B2B-Plattform. Besonders dynamisch entwickelte sich zudem der Kryptohandel, der ein Volumensplus von 50 Prozent verbuchen konnte.

Markteinwertung: Ein goldener Abschied und gedämpfte Erwartungen

Redaktionell lässt sich festhalten, dass Nico Baader das Unternehmen auf dem absoluten Höhepunkt seiner finanziellen Leistungsfähigkeit verlässt. Die Verdopplung des Ergebnisses je Aktie auf 1,04 Euro und der Vorschlag einer Dividende von 0,20 Euro sind starke Signale an den Kapitalmarkt. Dennoch blickt die Bankführung mit Realismus auf das laufende Jahr 2026. Durch den Wegfall des erwähnten Großpartners startet das Institut auf einem niedrigeren Niveau bei den Depot- und Einlagevolumina in das neue Geschäftsjahr. Infolgedessen rechnet der Vorstand für 2026 mit einem Vorsteuerergebnis, das deutlich unter dem Rekordniveau von 2025 liegen wird. Für Investoren bleibt die Baader Bank jedoch ein hochgradig effizienter Profiteur struktureller Trends, wie der zunehmenden privaten Altersvorsorge über Kapitalmarktdepots, die künftig durch politische Reformen weiter befeuert werden dürfte.

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