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Razzia bei der Essener National-Bank wegen Verdachts auf schwere Steuerhinterziehung

Großrazzia bei der National-Bank in NRW und Hessen: Über 70 Ermittler durchsuchen Geschäftsräume und Vorstandsbüros wegen des Verdachts schwerer Steuerhinterziehung bei früheren Wertpapierleihgeschäften.

Anja Amend

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Anja Amend

Veröffentlicht am

3.11.26

um

22:18

Uhr

Razzia bei der Essener National-Bank wegen Verdachts auf schwere Steuerhinterziehung

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National-Bank AG, Essen

Schwerer Schlag für das Traditionshaus im Ruhrgebiet: Geschäftsräume der Essener National-Bank AG in Nordrhein-Westfalen und Hessen sind am Dienstag Ziel einer großangelegten Durchsuchungsaktion geworden. Die Maßnahmen betrafen auch die Vorstandsbüros in der Essener Zentrale. Hintergrund der Razzia ist ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der schweren Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Wertpapierleihgeschäften aus den Jahren 2006 bis 2015. Die Bank bestätigte die Durchsuchungen und betonte zugleich die Rechtmäßigkeit ihres damaligen Handelns sowie die uneingeschränkte Kooperation mit den Strafverfolgungsbehörden.

Staatsanwaltschaft Bochum schlägt mit 70 Fahndern zu

Hinter dem Zugriff steht die Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschafts- und Finanzkriminalität in Bochum, die das Verfahren gemeinsam mit dem nordrhein-westfälischen Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität führt. Der Einsatz verdeutlicht die Dimension der Vorwürfe: Mehr als 70 Steuerfahnder und Staatsanwälte durchsuchten zeitgleich Objekte an mehreren Bankstandorten, darunter Essen, Düsseldorf, Münster sowie die hessischen Finanzzentren Frankfurt am Main und Eschborn.

Nach Angaben der Ermittlungsbehörden richtet sich das Verfahren gegen aktive und ehemalige Vorstandsmitglieder sowie Mitarbeitende des Instituts. Im Raum steht der konkrete Verdacht der Hinterziehung von Körperschaftsteuer im Zeitraum zwischen 2008 und 2015. Nach Medienberichten werden insgesamt 13 Beschuldigte geführt.

Spätfolgen früherer Wertpapierleihgeschäfte

In den vorliegenden Meldungen werden die untersuchten Wertpapierleihgeschäfte nicht näher beschrieben. Ob Gestaltungen wie Cum-Cum eine Rolle spielen, ist daraus nicht ersichtlich.

Grundsätzlich beschäftigt die Aufarbeitung steuerlich motivierter Aktiengeschäfte rund um den Dividendenstichtag Finanzverwaltung und Schwerpunktstaatsanwaltschaften in Deutschland seit Jahren. Dabei geht es häufig um die Frage, ob Steuern auf Dividenden zu Unrecht angerechnet oder erstattet wurden. Ob das auch bei der National-Bank der Fall war, müssen die Ermittlungen klären.

Bank weist Vorwürfe zurück und setzt auf Kooperation

Die Führung der National-Bank wies die erhobenen Anschuldigungen entschieden zurück. Das Geldhaus betonte in einer offiziellen Stellungnahme, man sei von der Rechtmäßigkeit des eigenen Handelns überzeugt und gehe fest davon aus, dass sich der Anfangsverdacht im weiteren Verfahrensverlauf nicht erhärten werde. Das Institut sicherte den Ermittlungsbehörden eine vollumfängliche Unterstützung bei der Aufklärung des Sachverhalts zu.

Für das Traditionshaus, das sich vor allem als unabhängiger Partner des gehobenen Mittelstands und wohlhabender Privatkunden im Ruhrgebiet positioniert, bedeutet das Verfahren dennoch eine spürbare Reputationsbelastung. Die Durchsuchung der eigenen Chefetage und die Ermittlungen gegen Organmitglieder treffen das Institut zu einem Zeitpunkt, an dem das Vertrauen in solide Governance und rechtskonforme Steuerpraxis im deutschen Bankensektor ein zentrales Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb darstellt. Bis zum Abschluss des Verfahrens gilt für alle Beschuldigten die Unschuldsvermutung.

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