Milliarden-Deal in den USA: Santander schluckt Webster Bank für 12,2 Mrd. Dollar

Großangriff auf dem US-Markt: Die spanische Banco Santander übernimmt die US-Regionalbank Webster für 12,2 Milliarden Dollar. Durch den Deal entsteht eine der zehn größten Banken der USA mit einer Bilanzsumme von über 300 Milliarden Dollar.

Anja Amend

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Veröffentlicht am

3.2.26

um

23:38

Uhr

Milliarden-Deal in den USA: Santander schluckt Webster Bank für 12,2 Mrd. Dollar

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Santander

Die spanische Großbank Banco Santander bläst zum Großangriff auf den amerikanischen Bankenmarkt. Wie das Institut heute bekannt gab, übernimmt es die Webster Financial Corporation, die Muttergesellschaft der Webster Bank, in einer Transaktion im Gesamtwert von 12,2 Milliarden Dollar (rund 10,3 Milliarden Euro). Mit diesem strategischen Befreiungsschlag will Santander seine US-Sparte endgültig in der ersten Liga der dortigen Finanzinstitute etablieren.

Ein neuer Riese im Nordosten

Durch den Zusammenschluss entsteht ein neues Schwergewicht im US-Bankensektor. Die kombinierte Bilanzsumme beläuft sich auf rund 327 Milliarden Dollar, womit das Institut in die Top 10 der Privat- und Geschäftsbanken in den USA aufsteigt.

Strategisch zielt die Übernahme vor allem auf den lukrativen Nordosten der USA ab. Webster bringt eine starke Einlagenbasis und ein dichtes Filialnetz in Connecticut und dem Umland mit ein, was die bestehende Präsenz von Santander im Nordosten ideal ergänzt. Ana Botín, Executive Chair von Banco Santander, bezeichnete den Schritt als „strategisch signifikant“. Webster gehöre zu den effizientesten und profitabelsten Banken seiner Vergleichsgruppe.

Ambitionierte Renditeziele

Der Kaufpreis von 75,00 Dollar je Webster-Aktie entspricht einer Prämie von rund 14 Prozent auf den gewichteten Durchschnittskurs der letzten drei Tage. Die Finanzierung erfolgt zu 65 Prozent in bar und zu 35 Prozent in neuen Santander-Aktien.

Die Spanier versprechen sich von dem Deal massive Synergien. Rund 800 Millionen Dollar sollen durch die Integration eingespart werden. Das erklärte Ziel ist eine deutliche Steigerung der Profitabilität: Bis 2028 soll die Eigenkapitalrendite (RoTE) der US-Sparte auf 18 Prozent klettern. Gleichzeitig soll sich das Verhältnis von Krediten zu Einlagen (Loan-to-Deposit Ratio) von aktuell 109 Prozent auf gesündere 100 Prozent verbessern, da Webster über eine breite und günstige Einlagenbasis verfügt.

Führungsteam neu formiert

Auch personell werden die Weichen neu gestellt, um die Integration zu stemmen. Christiana Riley bleibt weiterhin Country Head von Santander US. Ihr zur Seite steht künftig John Ciulla, der aktuelle CEO von Webster, der die operative Führung der Santander Bank N.A. übernehmen wird. Luis Massiani, derzeitiger Präsident von Webster, wird als COO fungieren.

Der Hauptsitz von Webster in Stamford, Connecticut, soll als zentraler Unternehmensstandort erhalten bleiben und die bestehenden Hubs in Boston, New York, Miami und Dallas ergänzen. Der Abschluss der Transaktion wird, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen, für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.

Was das für Kunden bedeutet

Vorerst ändert sich für die Kunden beider Banken nichts; Konten und Filialzugänge bleiben bestehen. Langfristig verspricht Santander jedoch Zugang zu einem breiteren Filialnetz, besseren digitalen Services und einem erweiterten Produktangebot, das von der privaten Baufinanzierung bis hin zu komplexen Lösungen für Firmenkunden reicht.

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