Italiens Banken-Primus Intesa Sanpaolo drängt nach Deutschland. Anders als Rivale Unicredit setzt CEO Carlo Messina auf organisches Wachstum in der Vermögensverwaltung statt auf Mega-Fusionen. Bis 2029 winken den Aktionären Ausschüttungen von rund 50 Milliarden Euro.

Bildnachweis:
Intesa Sanpaolo
Während die Unicredit mit dem Griff nach der Commerzbank für Schlagzeilen sorgt, wählt der heimische Erzrivale einen leiseren, aber nicht minder ehrgeizigen Weg.
Intesa Sanpaolo, Italiens umsatzstärkste Bank, stößt auf dem Heimatmarkt an Wachstumsgrenzen und richtet den Blick nun verstärkt ins europäische Ausland. Bei der Vorstellung des neuen Vierjahresplans am Montag machte Vorstandschef Carlo Messina klar: Die Ziele heißen Deutschland, Frankreich und Spanien. Statt auf teure Großübernahmen setzt er dabei primär auf den Ausbau der Vermögensverwaltung und des Versicherungsgeschäfts aus eigener Kraft.
Die Strategie für den Markteintritt fußt auf sogenannten „integrierten Hubs“. Diese sollen unterschiedliche Kundengruppen ansprechen, wobei die Technik eine zentrale Rolle spielt. Die konzernweite digitale Bankplattform Isytech und der Online-Anbieter Isybank, der in Italien bereits am Start ist, sollen als technologische Basis dienen. Ergänzt wird das Angebot durch die Investmentplattform Fideuram. Doch Technik allein reicht nicht: Intesa will wohlhabenden Kunden auch persönliche Beratung bieten und plant dafür, gezielt Finanzberater von anderen Arbeitgebern abzuwerben.
Zwar ist Messina grundsätzlich kein Freund großer Zukäufe, da Verkäufer oft überzogene Preise für Firmenwerte verlangen, doch kategorisch ausschließen will er Akquisitionen im kleineren Stil nicht. In diesem speziellen Fall „kann ich nicht die Übernahme eines Netzwerkes von Finanzberatern ausschließen“, sagte der Bankchef.
Auch neue Filialen und Büros in großen Städten stehen ab 2027 auf dem Plan. Für die Startphase nimmt die Bank 200 Millionen Euro in die Hand. Das Management betont jedoch, dass man zunächst in den Aufbau investiere und kurzfristig noch keine Erträge aus der Expansion eingeplant habe.
Finanziell strotzt das Institut vor Selbstbewusstsein. „Wir sind die führende Bank Europas im Hinblick auf die Widerstandsfähigkeit und können in jedem Szenario reüssieren“, erklärte Messina und verwies auf das gute Abschneiden bei den Stresstests der Bankenaufsicht. Der neue Plan sieht vor, den Nettogewinn bis 2029 auf 11,5 Milliarden Euro zu steigern. Gleichzeitig soll die Kosten-Einnahme-Quote auf sehr effiziente 37 Prozent sinken.
Davon sollen vor allem die Eigentümer profitieren. Die Bank verspricht, bis 2029 rund 50 Milliarden Euro an die Aktionäre auszuschütten – teils über Dividenden, teils über Aktienrückkäufe. Zwar hat Konkurrent Unicredit an der Börse derzeit die Nase vorn, doch Intesa sieht sich als der solidere Akteur, der seinen Weg ohne riskante Übernahmefantasien geht. Analysten bewerten die Annahmen als realistisch, die Aktie reagierte zum Wochenstart kaum verändert.

Großangriff auf dem US-Markt: Die spanische Banco Santander übernimmt die US-Regionalbank Webster für 12,2 Milliarden Dollar. Durch den Deal entsteht eine der zehn größten Banken der USA mit einer Bilanzsumme von über 300 Milliarden Dollar.

Gold-Boom bei der Reisebank: Der Umsatz mit Edelmetallen stieg 2025 um 55 Prozent. Auch die Zusammenarbeit mit den Volksbanken wächst, während Bargeld-Logistik weiterhin ein wichtiges Standbein bleibt.
.webp)
Frischer Wind für die PSD Banken: Dr. Philipp Stein ist neuer Vorstandsvorsitzender des Verbands. Gemeinsam mit David Peters bildet der 47-Jährige eine Doppelspitze, die auf Innovation und langfristige Strategie setzt.