Machtverschiebung bei der Deutschen Bank: Sewing stellt die Weichen für 2030

Machtverschiebung im Frankfurter Doppelturm: Die Deutsche Bank ordnet ihre Führungsriege tiefgreifend neu, um den Übergang zur technologisch führenden „Global Hausbank“ zu forcieren.

Anja Amend

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Anja Amend

Veröffentlicht am

20.3.26

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16:40

Uhr

Machtverschiebung bei der Deutschen Bank: Sewing stellt die Weichen für 2030

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Die Deutsche Bank leitet eine neue Phase ihrer Transformation ein und baut ihre oberste Managementebene am 19. März 2026 umfassend um. Unter dem Leitbild der Strategie „Global Hausbank“ formt Vorstandschef Christian Sewing ein Team, das die Ambitionen des Instituts in Sachen Technologie und globales Wachstum unterstreichen soll. Ein zentrales Element dieser Neuausrichtung ist die Berufung von Fabrizio Campelli zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden. Campelli, der weiterhin die Sparten Unternehmens- und Investmentbank leitet, wird diese neue Rolle zum 01. Juli 2026 übernehmen und damit James von Moltke nachfolgen, der die Bank Mitte 2026 planmäßig verlassen wird.

Die „DWS-Connection“: Stefan Hoops rückt in den Konzernvorstand auf

Ein deutliches Signal für die strategische Bedeutung der Vermögensverwaltung ist der Aufstieg von Stefan Hoops. Der aktuelle CEO der Fondstochter DWS wird zum 01. Mai 2026 zusätzlich in den Vorstand der Deutschen Bank berufen.

In dieser Doppelrolle übernimmt er das Ressort Vermögensverwaltung von James von Moltke, was die Verzahnung der DWS mit den übrigen Geschäftsbereichen des Konzerns signifikant stärken soll. Parallel dazu verstärkt Marie-Jeanne Deverdun das Gremium als neue Technologievorständin (CTDIO) und folgt auf Bernd Leukert. Ihre Aufgabe wird es sein, die Skalierung von Betriebsmodellen sowie den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der gesamten Bank zu beschleunigen.

Kontinuität an den Wachstumsfronten

Flankiert werden diese Veränderungen durch die vorzeitige Vertragsverlängerung wichtiger Leistungsträger. Privatkundenvorstand Claudio de Sanctis sowie Alexander von zur Mühlen, der als Regional-CEO die Märkte in Asien-Pazifik und EMEA verantwortet, erhielten Mandate bis zum Jahr 2029. Christian Sewing betonte die Zielrichtung dieses Umbaus:

„Unser Ziel bleibt es, fokussiert zu wachsen und die Effizienz weiter zu steigern, indem wir überall in unseren Geschäftsbereichen Technologie einschließlich Künstlicher Intelligenz noch schneller einsetzen“

Ergänzt wird das Management durch Group Chief Security Officer Brent Phillips, der neu in das Konzernleitungskomitee (GMC) berufen wurde und die Bedeutung der Teilbereiche Sicherheit, Resilienz und regulatorische Integrität unterstreicht.

Markteinwertung: Effizienz und Technologie als neue Machtfaktoren

Die Personalrochade vom 19. März markiert das Ende der Ära von James von Moltke, der als Finanzchef und stellvertretender Vorsitzender die Bank durch entscheidende Jahre der Konsolidierung führte. Dass Fabrizio Campelli nun offiziell zur Nummer zwei an Sewings Seite aufsteigt, zementiert die Vormachtstellung der Investment- und Unternehmensbank als wichtigste Ertragssäulen des Konzerns. Die Doppelrolle von Stefan Hoops ist zudem ein klares Bekenntnis zum Asset Management als stabilisierendem Faktor in einem volatilen Marktumfeld.

Für Investoren ist dieser Umbau ein Signal von Stärke und Entschlossenheit. Die Deutsche Bank besetzt ihre Schlüsselpositionen in einer Phase der Profitabilität neu und setzt konsequent auf technologische Kompetenz. Besonders die Berufung von Marie-Jeanne Deverdun zeigt, dass die Bank den Einsatz von KI nicht mehr nur als Pilotprojekt, sondern als industrielles Skalierungsthema begreift. Gelingt es diesem neuen Team, die ehrgeizigen Effizienzziele bis 2030 umzusetzen, könnte die Deutsche Bank ihre Position als führende europäische „Hausbank“ mit globalem Netzwerk nachhaltig absichern.

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