Die MERKUR PRIVATBANK KGaA streicht überraschend die Dividende für 2025 und korrigiert ihren Ausblick für 2026. Erfahren Sie alles zu den Q1-Zahlen, den Risiken am Immobilienmarkt und den Folgen der Irankrise.

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Merkur Privatbank
In einer Phase massiver geopolitischer Verwerfungen zeigt die MERKUR PRIVATBANK KGaA eine ausgeprägte Reaktionsgeschwindigkeit und wählt den Weg der maximalen finanziellen Vorsicht. Das Münchener Institut hat am heutigen Sonntagabend bekanntgegeben, den ursprünglichen Gewinnverwendungsvorschlag für das Geschäftsjahr 2025 grundlegend zu revidieren. Statt der im Vorjahr gezahlten Dividende von 0,50 EUR je Aktie schlagen Geschäftsführung und Aufsichtsrat nun vor, den Bilanzgewinn vollständig in die Gewinnrücklagen einzustellen. Diese „Nullrunde“ ist eine direkte Antwort auf die anhaltende Irankrise, die nicht nur das globale Zinsgefüge, sondern insbesondere die Stabilität der Immobilienmärkte unter massiven Druck setzt. Mit diesem Schritt priorisiert das inhabergeführte Haus die Stärkung der inneren Substanz vor kurzfristigen Ausschüttungen an die Anteilseigner.
Die heute vorgelegten Eckdaten zum ersten Quartal 2026 verdeutlichen die Ernsthaftigkeit der Lage und zeigen ein gespaltenes Bild der operativen Leistungsfähigkeit. Das operative Teilbetriebsergebnis sank auf 15,3 Mio. EUR, nachdem im Vergleichszeitraum des Vorjahres noch 18,7 Mio. EUR erzielt wurden.
Zwar gibt es im Bereich der Vermögensverwaltung deutliche Lichtblicke – hier stieg der Provisionsüberschuss dank eines dynamischen Neugeschäfts von 8,4 Mio. EUR auf 8,9 Mio. EUR –, doch das klassische Zinsgeschäft leidet unter den veränderten Rahmenbedingungen. Der Zinsüberschuss ging auf 26,4 Mio. EUR zurück, was die Bank auf ein zurückhaltenderes Finanzierungsgeschäft und die veränderten Zinskosten zurückführt. Die MERKUR PRIVATBANK schaltet erkennbar in den Verteidigungsmodus um, um mögliche Verwerfungen frühzeitig abzufedern.
Für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres stellt sich das Management auf eine Fortsetzung der schwierigen Marktbedingungen ein. Während im Segment Vermögensmanagement weiterhin mit Wachstum und steigenden Provisionserträgen gerechnet wird, kündigt sich im Immobiliengeschäft eine signifikante Kontraktion an. Die Bank plant eine restriktivere Kreditvergabe und strebt sogar die Rückführung bestehender Kreditvolumina an, was den Zinsüberschuss weiter unter das Niveau des Vorjahres drücken dürfte.
Besonders brisant ist die explizite Warnung vor möglichen Neubewertungen bei einzelnen Immobilienfinanzierungen. Diese könnten eine Risikovorsorge nach sich ziehen, die spürbar über den bisherigen Planungen liegt. Da dieser Effekt derzeit noch nicht präzise quantifizierbar ist, fungiert der vollständige Verzicht auf die Dividende als notwendiger Puffer. In der Gesamtschau präsentiert sich die MERKUR PRIVATBANK damit als Institution, die im Zweifel die Bilanzfestigkeit über die Aktionärspflege stellt, um für die Unwägbarkeiten der Irankrise gerüstet zu sein.

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