Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) prüft offenbar ein verbindliches Übernahmeangebot für die IKB Deutsche Industriebank. Der Finanzinvestor Lone Star drängt auf einen Verkauf des Mittelstandsfinanzierers.

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Die Konsolidierung im deutschen Bankenmarkt steht möglicherweise vor einem neuen Paukenschlag. Insidern zufolge bereitet die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) derzeit ein verbindliches Übernahmeangebot für die Düsseldorfer IKB Deutsche Industriebank vor, darüber berichteten zuerst Bloomberg und das Handelsblatt.
Das Angebot, das sich auf ein Volumen von über 600 Millionen Euro belaufen solle, markiere einen entscheidenden Schritt in dem seit Jahren andauernden Bemühen des Finanzinvestors Lone Star, das auf den Mittelstand fokussierte Institut zu veräußern. Der Vorstand der Helaba sei bereits am Dienstag zu entsprechenden Beratungen zusammengekommen, da die Frist für finale Angebote nach Brancheninformationen bereits Anfang der kommenden Woche ablaufe.
Für die US-amerikanische Private-Equity-Gesellschaft Lone Star wäre ein erfolgreicher Abschluss das ersehnte Ende einer langen Hängepartie. Der Investor hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach vergeblich versucht, sich von der traditionsreichen IKB zu trennen und das investierte Kapital freizumachen. Das nun im Raum stehende Angebot der Frankfurter Landesbank bewerte die IKB dem Vernehmen nach mit etwas mehr als dem 0,6-Fachen ihres aktuellen Buchwertes.
Ob das Geschäft jedoch tatsächlich zeitnah zum Abschluss kommt, bleibe vorerst ungewiss. Vor einer finalen Angebotsabgabe müssten zwingend die Eigentümer der Helaba (allen voran das Land Hessen sowie die regionalen Sparkassenverbände) grünes Licht für die millionenschwere Transaktion geben. Sollten die Träger das finanzielle Risiko eines solchen Zukaufs in der aktuellen, von geopolitischen Unsicherheiten geprägten konjunkturellen Lage als zu hoch einstufen, könnte der Deal noch auf den letzten Metern scheitern. Sowohl Vertreter der Helaba als auch Sprecher von Lone Star lehnten offizielle Stellungnahmen zu den laufenden Prozessen bislang ab.
Aus strategischer Sicht dürfte die IKB für die Landesbank ein äußerst begehrtes Ziel darstellen. Die Düsseldorfer Bank ist tief im deutschen Mittelstand verankert und bietet hochspezialisierte Unternehmensfinanzierungen an – ein lukratives Geschäftsfeld, das die bestehende Ausrichtung der Helaba ideal ergänzen könnte. Mit einer Übernahme ließe sich das oft margenstarke Kreditgeschäft mit mittelständischen Firmenkunden auf einen Schlag signifikant ausbauen, ohne mühsam organisch wachsen zu müssen.
Allerdings sind die Frankfurter offenbar nicht die einzigen Akteure auf dem Parkett. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge solle auch die französische Großbank Crédit Agricole eine mögliche Übernahme der IKB intensiv prüfen. Sollte es auf der Zielgeraden zu einem echten Bietergefecht zwischen der öffentlich-rechtlichen Helaba und dem französischen Finanzriesen kommen, könnte dies den Kaufpreis noch einmal merklich in die Höhe treiben. Für die Helaba bestünde in einem solchen Szenario die handfeste Gefahr, für das anvisierte Wachstum deutlich tiefer in die Tasche greifen zu müssen, als es den politisch besetzten Aufsichtsgremien der Träger womöglich lieb wäre.

Die UniCredit-Tochter HypoVereinsbank baut ihre Führungsspitze um. Der Investmentbanker Sam Kendall rückt in die Geschäftsführung auf und soll das Firmenkundengeschäft forcieren.

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