Rote Zahlen bei der TeamBank: Die anhaltende Konjunkturschwäche und eine notwendige Erhöhung der Risikovorsorge brocken dem Spezialisten für Ratenkredite 2025 einen Vorsteuerverlust von 29 Millionen Euro ein.

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Teambank
Die angespannte wirtschaftliche Lage der deutschen Verbraucher hinterlässt tiefe Spuren in der Bilanz der TeamBank. Das auf Ratenkredite wie den "easyCredit" spezialisierte Institut der genossenschaftlichen FinanzGruppe musste für das Geschäftsjahr 2025 einen Vorsteuerverlust von 29 Millionen Euro ausweisen. Im Vorjahr stand an dieser Stelle noch ein solider Gewinn von 23 Millionen Euro. Hauptursache für den massiven Rückgang ist laut dem Institut das anhaltend herausfordernde gesamtwirtschaftliche Umfeld, das eine "umsichtige Kreditrisikosteuerung" zwingend erforderlich machte.
Die Zurückhaltung der Konsumenten schlägt voll durch. Das Neugeschäft brach im Jahresvergleich um 9,4 Prozent ein und das Kreditbestandsvolumen schrumpfte leicht um 3,7 Prozent auf nunmehr 9,1 Milliarden Euro. Auch der Rohertrag verringerte sich um 4,2 Prozent auf 476 Millionen Euro.
Besonders schmerzhaft wirkte sich die schwache Zahlungsmoral oder die wachsende finanzielle Not der Kunden auf die Bücher aus. Die TeamBank musste die Risikovorsorge deutlich hochfahren: Der Aufwand kletterte auf 233 Millionen Euro und blieb damit "konjunkturbedingt weiterhin hoch". Positiv zu vermerken ist lediglich die Kostenseite. Dank eines strikten Managements sanken die Verwaltungsaufwendungen leicht auf 279 Millionen Euro, wodurch die Cost-Income-Ratio bei ausbaufähigen, aber stabilen 57,7 Prozent verharrte. Den Partnerbanken im genossenschaftlichen Verbund schüttete das Institut immerhin noch 200 Millionen Euro an Provisionen aus, 30 Millionen weniger als im Vorjahr.
Vorstandsvorsitzender Christian Polenz verteidigt den Kurs seines Hauses in der Krise. „Die im abgelaufenen Jahr erreichte Wertschöpfung bestätigt, dass unser Geschäftsmodell auch unter fordernden Marktbedingungen intakt und stabil ist“, so Polenz.
Gleichzeitig verweist die Bank auf einen strukturellen Wandel im Markt. Verbraucher finanzieren Einkäufe zunehmend direkt am Ort des Konsums – ein klarer Seitenhieb auf die boomenden "Buy Now, Pay Later"-Angebote (BNPL) von Zahlungsdienstleistern wie Klarna oder PayPal. Das führe häufig zu einer Vielzahl kleiner Kredite und erhöhe bei Verbrauchern massiv das Risiko, "die eigene Liquidität aus dem Blick zu verlieren".
CEO Christian Polenz gibt sich kämpferisch und ordnet die aktuelle Bremsspur als bewusste Entscheidung ein:
„Unser Anspruch ist es, wieder an den Wachstumspfad anzuknüpfen. In der aktuellen konjunkturellen Situation steuern wir unser Geschäft allerdings bewusst mit Augenmaß und bleiben gerade in schwierigen Phasen verantwortungsvoll an der Seite unserer Kunden und Partner.“
Die Bilanz der TeamBank ist mehr als nur ein isolierter Geschäftsbericht – sie ist ein ungeschönter Fieberthermometer für den Zustand des deutschen Konsumenten. Wenn ein massenmarkttauglicher Ratenkreditfinanzierer auf das Gesamtjahr 2025 derart tief in die roten Zahlen rutscht und die Risikovorsorge massiv aufstocken muss, zeigt das glasklar, dass die wirtschaftliche Krise bei der Bevölkerung voll angekommen ist. Die anhaltende Inflation und unsichere Jobperspektiven zehren die Rücklagen vieler Haushalte restlos auf, was unmittelbar zu Kreditausfällen führt.
Dass die Bank das Neugeschäft fast um ein Zehntel herunterfährt, zeugt nicht nur von mangelnder Nachfrage nach Anschaffungen wie neuen Autos oder Möbeln, sondern auch von schierer Notwendigkeit: Das Management zieht rigoros die Zügel an, um sich nicht noch mehr faule Kredite in die Bücher zu holen. Die explizite Warnung vor dem unübersichtlichen Kleinkredit-Chaos durch Ratenkauf-Angebote im E-Commerce ist berechtigt. Sie dürfte bei den Nürnbergern aber auch mit der Sorge einhergehen, dass agile Fintechs klassische Banken bei dieser begehrten, wenngleich riskanten Finanzierungsart an der Ladenkasse (Embedded Finance) immer weiter zurückdrängen.

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