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KfW bricht mit 88 Milliarden Euro Fördervolumen alle Rekorde und verdoppelt den Gewinn

Historisches Rekordjahr für die KfW: Die staatliche Förderbank steigert ihre Neuzusagen in den ersten neun Monaten 2026 um 43 Prozent auf 87,9 Milliarden Euro und verdoppelt ihren Konzerngewinn.

Harry Dörsam

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Harry Dörsam

Veröffentlicht am

4.11.26

um

11:23

Uhr

KfW bricht mit 88 Milliarden Euro Fördervolumen alle Rekorde und verdoppelt den Gewinn

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KfW

Die staatliche Förderbank KfW steuert im Geschäftsjahr 2026 auf ein historisches Rekordergebnis zu. In den ersten neun Monaten des Jahres kletterte das Neuzusagevolumen im originären Fördergeschäft um 43 Prozent beziehungsweise 26,5 Milliarden Euro auf den Höchstwert von 87,9 Milliarden Euro. Gleichzeitig profitierte das Institut von einem robusten Zinsumfeld und verbuchte einen Konzerngewinn von knapp 1,4 Milliarden Euro – mehr als das Doppelte des Vorjahreszeitraums. Getragen wurde der beispiellose Zusageboom von einer ungebrochen hohen Nachfrage nach energetischer Gebäudeförderung, massiven Investitionen des Mittelstands in die Transformation sowie großvolumigen Abschlüssen im internationalen Export- und Projektgeschäft.

Gebäudesanierung und Windkraft treiben das Inlandsgeschäft

Im inländischen Fördergeschäft verzeichnete die KfW ein Plus von 39 Prozent auf 57,0 Milliarden Euro. Als wichtigster Wachstumsmotor erwies sich das Segment der privaten Kunden und der Mittelstandsfinanzierung, dessen Zusagevolumen um 47 Prozent auf 48,5 Milliarden Euro anzog. Allein bei den Privatkunden verdoppelte sich das Finanzierungsvolumen im Schwerpunkt Energieeffizienz und erneuerbare Energien nahezu auf 20,3 Milliarden Euro. Neben der Bundesförderung für effiziente Gebäude einschließlich der Heizungsaustauschprogramme stieß vor allem das Programm für klimafreundlichen Neubau auf breites Interesse.

Im Mittelstand dominierte ebenfalls die ökologische Modernisierung. Während die klassische Gründungs- und Investitionsfinanzierung mit 5,6 Milliarden Euro nur moderat zulegte, flossen 14,9 Milliarden Euro in Klima- und Umweltprojekte. Dabei profitierte das Basisprogramm für erneuerbare Energien insbesondere vom bundesweiten Ausbau der Onshore-Windkraft. Dass der Investitionsboom nicht alle Bereiche gleichermaßen erfasst, zeigt sich allerdings im klassischen Wohnungsbau: Die Zusagen in der Sparte Wohnen und Leben gingen leicht auf 4,2 Milliarden Euro zurück, was die anhaltende Zurückhaltung bei herkömmlichen Neubauprojekten abseits geförderter Effizienzstandards widerspiegelt.

Starkes Auslandsengagement und weltpolitische Krisenbewältigung

Bemerkenswert dynamisch entwickelte sich das internationale Geschäft der Bankengruppe. Die Tochtergesellschaft KfW IPEX-Bank, zuständig für die weltweite Export- und Projektfinanzierung, steigerte ihr Zusagevolumen um mehr als die Hälfte auf 24,8 Milliarden Euro. Großabschlüsse in den Sektoren Mobilität, Energienetze und Industrieanlagen sorgten hierbei für den kräftigen Zuwachs.

Zugleich spiegeln die Zahlen die wachsende Rolle der Förderbank als außenpolitisches Instrument der Bundesregierung wider. Die KfW Entwicklungsbank weitete ihre Finanzierungszusagen auf 5,0 Milliarden Euro aus, wovon mehr als zwei Drittel über den Kapitalmarkt und nicht aus dem Bundeshaushalt refinanziert wurden. Zu den Schwerpunkten zählten akute Reparaturhilfen für die ukrainische Energieinfrastruktur über einen 250-Millionen-Euro-Kredit sowie der Wiederaufbau im Nahen Osten nach Eröffnung des Deutschen Hauses in Damaskus. Die auf Schwellenländer-Privatinvestitionen spezialisierte Tochter DEG verdoppelte ihr Zusagevolumen parallel auf den Rekordwert von 1,9 Milliarden Euro.

Zinsüberschuss stärkt die Kapitalbasis für künftige Aufgaben

Trotz des enormen Fördervolumens blieb die Risikolage der Bankengruppe entspannt. Die Kreditrisikovorsorge belief sich auf moderate 69 Millionen Euro, während das ökonomische Ergebnis vor Förderaufwand und IFRS-Effekten auf über zwei Milliarden Euro kletterte. Den Hauptbeitrag lieferte der Zinsüberschuss, der sich im Berichtszeitraum auf knapp 2,4 Milliarden Euro belief.

KfW-Vorstandschef Stefan Wintels sieht in der gestärkten Ertragskraft das Fundament für die kommenden Transformationsjahre. Eine robuste Kapitalbasis schaffe den notwendigen Spielraum, um über die eigene Bilanz privates Kapital zu mobilisieren, etwa über die Ausweitung des Deutschlandfonds und Instrumente der Venture-Capital-Tochter KfW Capital. Mit einer Kernkapitalquote von 27,5 Prozent verfügt das Institut weiterhin über ein außergewöhnlich solides Eigenkapitalpolster. Der leichte Rückgang der Quote gegenüber dem Vorquartal ist dabei eine direkte Folge des massiven Neugeschäftswachstums, das die risikogewichteten Aktiva steigen ließ.

Auf der Refinanzierungsseite hat sich die Bank bereits vorzeitig abgesichert. Mit der Aufnahme von 82,1 Milliarden Euro an den globalen Kapitalmärkten erreichte die KfW schon nach neun Monaten die Mitte ihres Jahreskorridors. Mit über 21 Milliarden Euro übertrafen die Emissionen grüner Anleihen das avisierte Jahresziel deutlich. Dass die Bank auch technologisch neue Wege beschreitet, demonstrierte sie am Kapitalmarkt durch den erfolgreichen Infrastrukturwechsel bei einer nach dem Gesetz über elektronische Wertpapiere begebenen Blockchain-Anleihe, womit das Institut die Skalierbarkeit digitaler Wertpapiere im institutionellen Handel austestet.

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