Radikaler Umbau beim Berliner Fintech-Pionier Solaris: Unter dem neuen Chef Steffen Jentsch trennt sich das Unternehmen von 20 Prozent seiner Belegschaft. Hinter dem harten Einschnitt steckt eine fundamentale Neuausrichtung, bei der zentrale Bankprozesse von Grund auf neu gestaltet und künftig weitgehend durch Künstliche Intelligenz gesteuert werden sollen.

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Solaris
Beim Berliner Banking-as-a-Service-Spezialisten Solaris herrscht Aufbruchstimmung mit schmerzhafter Kante. Wie das Unternehmen gegenüber dem Handelsblatt bestätigte, werden insgesamt 20 Prozent der rund 400 Mitarbeiter entlassen, was etwa 80 Arbeitsplätze betrifft.
Dieser Schritt ist das Ergebnis einer, wie es das Unternehmen nennt, „schonungslosen Analyse“ unter der Führung des neuen CEOs Steffen Jentsch, der seit dem Jahreswechsel die Geschicke des Fintechs leitet. Ziel der Maßnahme ist es, die Effizienz in fast allen Bereichen massiv zu steigern, wobei der Fokus der Personalkürzungen vor allem auf der Marktseite liegt. Solaris will sich damit radikal weiterentwickeln, um nach einer Phase der regulatorischen Unsicherheiten wieder auf einen stabilen Wachstumskurs zurückzukehren.
Die Neuausrichtung ist jedoch weit mehr als ein klassisches Sparprogramm; sie gleicht einer technologischen Neuerfindung der Bank. Künftig sollen bei Solaris nahezu alle operativen Prozesse weitgehend durch Künstliche Intelligenz gesteuert werden. Das Management plant nichts Geringeres, als zentrale Bankprozesse von Grund auf neu zu entwerfen und durch Automatisierung auf ein neues Effizienzniveau zu heben.
Dabei betont das Unternehmen, dass trotz der tiefgreifenden technologischen Integration die endgültige Kontrolle und Verantwortung für diese Prozesse weiterhin bei den verbliebenen menschlichen Mitarbeitern verbleiben wird. Dieser „Mensch-Maschine-Mix“ soll Solaris dabei helfen, seine bestehenden Kompetenzen effektiver auszuspielen und die Kostenbasis nachhaltig zu senken.
Der Umbau bei Solaris ist ein Paradebeispiel für den aktuellen Überlebenskampf in der Fintech-Branche. Nachdem das Unternehmen in der Vergangenheit immer wieder mit der Finanzaufsicht BaFin und komplexen regulatorischen Anforderungen zu kämpfen hatte, soll die KI-Offensive nun die dringend benötigte Prozesssicherheit garantieren. Dass Steffen Jentsch bereits kurz nach seinem Amtsantritt zu solch drastischen Mitteln greift, zeigt den Ernst der Lage. Solaris versucht den Spagat: Einerseits wird das Team auf die Kernmannschaft zusammengestrichen, andererseits wird massiv in die technologische Zukunft investiert, um gegenüber agilen Neobanken und effizienten Großbanken wettbewerbsfähig zu bleiben. Ob die „radikale Weiterentwicklung“ allein durch KI-gesteuerte Prozesse gelingt, wird maßgeblich davon abhängen, wie schnell die technologische Vision in den harten Bankalltag übersetzt werden kann.

Mit einem EBIT-Zuwachs von 40 Prozent und einer Margenausweitung auf 17 Prozent setzt die Hypoport-Gruppe ihren Wachstumskurs im ersten Quartal 2026 fort. CEO Ronald Slabke sieht das Unternehmen auf dem Weg zu einem neuen Rekordjahr.

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