Metzler-Chef Gerhard Wiesheu zieht ins BdB-Präsidium ein. Er folgt auf Christian Kühn (Berenberg) und stärkt die Stimme der unabhängigen Privatbanken im Spitzenverband.

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Gerhard Wiesheu | Foto: Bankhaus Metzler
Das Führungsgremium der privaten Kreditwirtschaft formiert sich neu: Gerhard Wiesheu, Vorstandssprecher des Frankfurter Bankhauses Metzler, ist im September 2026 in das Präsidium des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) berufen worden. Mit der Berufung des erfahrenen Spitzenbankiers reagiert der Spitzenverband auf eine personelle Vakanz, die durch eine aufsichtsrechtliche Intervention bei einem traditionsreichen Hamburger Wettbewerber ausgelöst worden war.
Wiesheu folgt im BdB-Präsidium auf Christian Kühn. Kühn war zuvor infolge eines Durchgreifens der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bei der Hamburger Privatbank Berenberg von seinen Leitungsaufgaben entbunden worden und schied in der Konsequenz auch aus dem Spitzengremium des Bankenverbandes aus. Um die politische Schlagkraft und die Ausgewogenheit des Verbandsorgans nahtlos zu sichern, votierten die Gremien für den Chef der ältesten privaten Bankengruppe Frankfurts.
Für den Bundesverband deutscher Banken besitzt die Berufung Wiesheus strategische und symbolische Relevanz. In einem Verband, der maßgeblich von börsennotierten Großbanken und internationalen Instituten geprägt wird, kommt den unabhängigen Instituten eine essenzielle Rolle zu. Das Bankhaus Metzler, das seit mehr als 350 Jahren im Familienbesitz geführt wird und sich im Spätsommer 2026 mit einem markanten Marken-Relaunch sowie klarer digitaler Kante zukunftsorientiert positioniert hat, verkörpert im Verband wie kaum ein anderes Haus das klassische, haftungsbewusste und bankenunabhängige Privatbankiers-Modell.
Wiesheus Einzug ins Präsidium garantiert, dass die spezifischen regulatorischen Interessen, das Proportionalitätsprinzip für mittelständische Finanzhäuser und die Belange des inhabergeführten Private Bankings weiterhin auf höchster Ebene gegenüber Gesetzgeber und Aufsichtsbehörden artikuliert werden.
Neben der generellen strategischen Ausrichtung des Verbands übernimmt der Metzler-Vorstandssprecher eine definierte inhaltliche Führungsrolle: Wiesheu fungiert im BdB künftig als Themenpate für Finanzbildung.
In dieser Funktion soll er die bildungspolitischen Initiativen der privaten Institute koordinieren und ihnen öffentlichkeitswirksam Nachdruck verleihen. Das Handlungsfeld gewinnt vor allem mit Blick auf den bevorstehenden Start des staatlich geförderten Altersvorsorgedepots Anfang 2027 drastisch an Relevanz: Die deutsche Kreditwirtschaft steht unter Zugzwang, das Vertrauen der Sparer in breit gestreute Kapitalmarktinvestments und ETF-basierte Vorsorgeformen durch verständliche Aufklärung und transparente Wissensvermittlung nachhaltig zu stärken.

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