Derivate aus der Steckdose: Upvest und Börse Stuttgart zünden die nächste Stufe

Derivate-Turbo für Neobanken: Das Infrastruktur-Fintech Upvest und die Börse Stuttgart starten eine Partnerschaft. Finanzinstitute können ihren Kunden ab sofort den Handel mit über 2,5 Millionen verbrieften Derivaten anbieten – einfach per API-Schnittstelle.

Anja Amend

Ein Beitrag von

Anja Amend

Veröffentlicht am

28.1.26

um

20:02

Uhr

Derivate aus der Steckdose: Upvest und Börse Stuttgart zünden die nächste Stufe

Bildnachweis:

Upvest

Wer als Neobank oder Fintech im harten Wettbewerb um aktive Trader und Privatanleger bestehen will, kommt am Thema Hebelprodukte kaum noch vorbei. Genau diese Lücke schließen nun zwei Schwergewichte der deutschen Finanzszene. Das Berliner Infrastruktur-Fintech Upvest und die Börse Stuttgart haben am heutigen Mittwoch eine strategische Partnerschaft verkündet, die den Handel mit verbrieften Derivaten für Finanzinstitute in ganz Europa massiv vereinfachen soll.

2,5 Millionen Produkte per API

Der Deal verknüpft die moderne Technologie von Upvest mit der klassischen Marktpower der Stuttgarter. Über die Investment-API der Berliner erhalten Banken und Fintechs direkten Zugang zum Handelsplatz der Börse Stuttgart, der mit über 2,5 Millionen gelisteten Produkten als einer der führenden Märkte für verbriefte Derivate in Europa gilt.

Für die Banken entfällt damit der mühsame Aufbau eigener Handels-, Abwicklungs- oder Reporting-Infrastrukturen. Upvest übernimmt im Hintergrund die komplette technische Anbindung sowie die regulatorische Abwicklung und das Risikomanagement. „Über unsere Investment-API wird es nun genauso einfach sein, den Handel mit verbrieften Derivaten anzubieten wie den mit ETFs oder Aktien“, verspricht Upvest-CEO Martin Kassing.

Hebel für die Kundenbindung

Strategisch zielt die Kooperation auf die lukrativste Kundengruppe im Brokerage: die aktiven Trader. Verbriefte Derivate gehören zu den umsatzstärksten Instrumenten im europäischen Retail-Markt und sorgen traditionell für eine hohe Orderfrequenz und starke Nutzerbindung.

Banken wie DKB, Revolut oder Santanders Openbank, die bereits auf der Upvest-Plattform laufen, könnten ihr Angebot so mit wenigen Handgriffen um eine komplexe, aber margenträchtige Assetklasse erweitern.

Dragan Radanovic, Chief Business Officer der Boerse Stuttgart Group, sieht in der Zusammenarbeit einen logischen Schritt, um Effizienz und Liquidität in das wachsende Netzwerk von Upvest zu bringen. Für das Berliner Fintech, das im Jahr 2025 bereits über 100 Millionen Orders abwickelte, ist es der nächste Meilenstein auf dem Weg zum führenden Infrastruktur-Provider Europas.

Ähnliche Beiträge