Deka kontert Neobroker mit 0,1-Prozent-Kampfansage im Altersvorsorgedepot

Deka positioniert sich für das Altersvorsorgedepot ab 2027: Mit 0,1 Prozent ETF-Kosten und Sparkassen-Vertrieb setzt das Fondshaus Neobroker und Robo-Advisor unter Druck.

Harry Dörsam

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Veröffentlicht am

9.9.26

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20:48

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Deka kontert Neobroker mit 0,1-Prozent-Kampfansage im Altersvorsorgedepot

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Deka

Das Wertpapierhaus der Sparkassen-Finanzgruppe greift in den Verdrängungswettbewerb um die künftige staatlich geförderte Altersvorsorge ein: Die Deka hat ihr Produktangebot für das zum 1. Januar 2027 startende gesetzliche Altersvorsorgedepot vorgestellt. Mit einer Effektivkostenquote von lediglich 0,1 Prozent pro Jahr für das passive Basisdepot unterbietet das Fondsinstitut sogar die jüngsten Vorstöße führender Fintechs und Robo-Advisor. Durch die Verknüpfung aus digitaler Zugänglichkeit über die Sparkassen-App und bundesweiter Präsenz in allen Filialen vor Ort setzt die Deka die Konkurrenz ab dem ersten Tag strategisch unter Druck.

Zweigleisige Produktstruktur: Günstiges Standarddepot versus aktives Lebenszyklusmodell

Das Angebot basiert auf zwei Produktlinien, bei denen sowohl die Depotführung als auch das Zulagenmanagement prinzipiell gebührenfrei bleiben:

Das Standarddepot setzt auf hauseigene, passiv gemanagte Deka-ETFs zu einer Gesamtkostenquote von 0,1 Prozent pro Jahr. Das Basisportfolio kombiniert einen weltweit anlegenden Aktienfonds mit einem europäischen Rentenfonds. Anleger können zwischen zwei Modi wählen: einer klassischen Variante mit automatischem De-Risking (Reduktion des Aktienanteils fünf und zwei Jahre vor Renteneintritt zugunsten europäischer Unternehmensanleihen) oder einer flexiblen Version, bei der Sparer die Quote eigenständig und kostenfrei in der App justieren können. Flankierend legt die Deka eine gleichartig konditionierte "Frühstart-Rente" für Kinder und Jugendliche auf.

Das Individualdepot adressiert sicherheits- und serviceorientierte Anleger über ein aktiv gesteuertes Portfolio aus bis zu drei Fondsbausteinen. Entlang eines dynamischen Lebenszyklusmodells schichtet das Portfoliomanagement über die Laufzeit sukzessive von reinen Aktienbeständen in Renten- und Geldmarktinstrumente um. Die Gesamtkosten bewegen sich hier laufzeitabhängig zwischen 1,0 und 1,5 Prozent pro Jahr, wobei Kunden zwischen einer chancen- und einer balanceorientierten Risikokurve wählen können. Sämtliche Produktkonditionen stehen noch unter dem Vorbehalt der für November 2026 erwarteten BaFin-Zertifizierung.

Strategischer Hebel: Omnikanal-Vertrieb trifft Beratungsunsicherheit

Mit diesem Vorstoß attackiert die Sparkassen-Fondstochter frontal die Preisnarrative von Anbietern wie Scalable Capital (0,15 Prozent) oder dem Duo aus quirion und Vanguard. Zwar operieren reine Online-Akteure auf vergleichbar schlanken Kostenlevels, doch die Deka kombiniert die Tiefstpreis-Kondition mit der vertrieblichen Schlagkraft des dichten Sparkassennetzes.

Eine von YouGov im Juli 2026 durchgeführte Deka-Repräsentativbefragung unterstreicht das enorme Potenzial dieser Zweigleisigkeit: Während 77 Prozent der 18- bis 60-Jährigen bezweifeln, dass die gesetzliche Rente ihren Lebensstandard halten wird, äußert jeder Zweite (54 Prozent) fundamentale Verunsicherung bei der eigenständigen Produktauswahl am Kapitalmarkt. Deka-Vertriebschef Dirk Peters formuliert den Anspruch: „Wir stehen vor einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe, breiten Bevölkerungsschichten eine verlässliche Altersvorsorge zu ermöglichen. Das neue Altersvorsorgedepot ist dafür die Basis. Das Angebot der Deka wird am Markt sehr wettbewerbsfähig sein.“

Für die Sparkassenorganisation fungiert das Standarddepot damit als strategisches Abwehr- und Akquiseinstrument: Das extrem margenschwache ETF-Basisprodukt sichert Marktanteile und schirmt Kunden vor Neobrokern ab, während das höhermargige Individualprodukt jene Kundengruppen monetarisiert, die gezielt persönliche Betreuung und aktives Risikomanagement einfordern.

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