BMW Bank und VHV etablieren Embedded Insurance mit Festpreispolicen für Privatkunden

Die BMW Bank forciert mit BMW Protect den Trend zur Embedded Insurance. Die VHV agiert dabei als Risikoträger für ein Festpreismodell, das auf klassische Risikoprüfungen verzichtet.

Harry Dörsam

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Harry Dörsam

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8.10.26

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11:35

Uhr

BMW Bank und VHV etablieren Embedded Insurance mit Festpreispolicen für Privatkunden

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BMW Bank

Die Finanzsparte des Münchener Automobilkonzerns baut ihr Versicherungsgeschäft an der direkten Kundenschnittstelle strategisch aus. Mit der Öffnung der Leasingversicherung BMW Protect für Privatkunden forciert die BMW Bank den Trend zur sogenannten Embedded Insurance. Das in enger Kooperation mit der VHV Allgemeine Versicherung AG entwickelte Produkt integriert den Versicherungsschutz nahtlos in den Leasingvertrag. Für die Autobank dürfte durch diese B2B2C-Modelle ein hocheffizienter digitaler Vertriebskanal am Point of Sale entstehen, der die traditionellen Vertriebswege um eine stark wachsende Facette im direkten Produktumfeld ergänzt.

Innovative Tarifierung ohne individuelle Risikoprüfung

Die finanzwirtschaftliche Neuerung des Modells liegt in der vollständigen Abkehr von klassischen aktuariellen Parametern im Verkaufsprozess am Point of Sale. Die monatliche Versicherungsrate wird unabhängig von der persönlichen Schadenfreiheitsklasse, dem Alter des Versicherungsnehmers, der jährlichen Fahrleistung oder dem definierten Fahrerkreis kalkuliert.

Dieses pauschale Festpreismodell reduziert die Komplexität beim Vertragsabschluss im Autohaus oder im digitalen Checkout auf ein absolutes Minimum. Kunden können das Fahrzeug samt umfassendem Vollkaskoschutz mit einer einzigen Unterschrift leasen, was die Abschlusswahrscheinlichkeit für das gebündelte Finanzprodukt massiv erhöht.

VHV fungiert als starker Risikoträger im Hintergrund

Um ein derart pauschaliertes Pricing ohne individuelle Einzelfallprüfung profitabel abbilden zu können, stützt sich die BMW Bank auf die Expertise der VHV Allgemeine Versicherung AG. Der traditionell stark mit unabhängigen Maklern zusammenarbeitende Versicherer positioniert sich in diesem Setup als innovativer B2B-Partner und übernimmt als Risikoträger die komplexe Kalkulation für das gesamte Leasing-Portfolio.

Durch diese strategische Allianz sichert sich die VHV wertvolle Volumina und Marktanteile im lukrativen Segment der herstellergebundenen Autobanken. Dabei ermöglicht der Versicherer einen Deckungsumfang, der explizit auch eine weitreichende All-Risk-Absicherung für den Antriebsakku der elektrifizierten Flotte sowie eine weitreichende Eigenschadendeckung umfasst.

Im Produktbereich der Kfz-Versicherungen, das von stark risikogetriebener Preismodellierung lebt, wird der Blick im Nachgang spannend sein: üblicherweise sind Autoversicherungen mit einer hohen Combined-Ratio versehen, was bedeutet, dass viele Risikoträger nur wenig (oder im Zweifel kein) Geld mit der Sparte verdienen. Die VHV ist in diesem Marktsegment seit Jahren durch Profitabilität ein Ausreißer.

Hohe Marktdurchdringung durch nahtlose Integration

Die vertriebliche Durchschlagskraft dieses integrierten Bancassurance-Ansatzes belegen die internen Abschlussquoten der Münchener Autobank. Felix-Hendrik Laabs, Leiter Marketing und Produktmanagement der BMW Bank, verweist darauf, dass sich allein beim aktuellen BMW 1er bereits rund 60 Prozent der Leasingkunden für das integrierte Paket zu einer Fixrate von 49 Euro entscheiden.

Bei der Konzerntochter MINI wird das Konzept unter dem Namen MINI Smile für 59 Euro im Monat vertrieben und steht nun sogar für das Leasing von Jungen Gebrauchten zur Verfügung. Diese Zahlen unterstreichen das immense vertriebliche Potenzial von Embedded Insurance, bei der passgenaue Finanz- und Absicherungsprodukte exakt in dem Moment angeboten werden, in dem die Investitionsentscheidung des Konsumenten fällt.

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