Regulatorik
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Bafin honoriert Reformkurs bei flatexDEGIRO und streicht Sonderkapitalzuschlag

Bafin honoriert den Reformkurs bei flatexDEGIRO: Die Finanzaufsicht senkt die SREP-Eigenmittelanforderung auf 1,50 Prozent und streicht den individuellen Kapitalzuschlag für die Banktochter vollständig.

Harry Dörsam

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Harry Dörsam

Veröffentlicht am

2.11.26

um

16:32

Uhr

Bafin honoriert Reformkurs bei flatexDEGIRO und streicht Sonderkapitalzuschlag

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flatexDegiro + eigene KI-basierte Anpassung auf Basis von Nano Banana Pro

Regulatorischer Befreiungsschlag für flatexDEGIRO: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat die Eigenmittelanforderungen für die europäische Online-Brokerage-Gruppe deutlich gelockert. Im Rahmen des jährlichen aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozesses (SREP) sinkt die zusätzliche Eigenmittelanforderung (Pillar 2 Requirement, P2R) auf Konzernebene um 100 Basispunkte von 2,50 Prozent auf 1,50 Prozent. Noch schwerer wiegt das Signal für die operative Tochtergesellschaft flatexDEGIRO Bank SE: Der individuelle Kapitalzuschlag, der vor mehreren Jahren aufgrund festgestellter organisatorischer Mängel angeordnet worden war, entfällt mit sofortiger Wirkung vollständig. Die SREP-Eigenmittelanforderung der Banktochter beläuft sich damit künftig auf 2,25 Prozent.

Altlasten der Sonderprüfung von 2022 endgültig abgearbeitet

Die Entscheidung markiert den formalen Schlusspunkt unter eine mehrjährige Phase intensiver aufsichtsrechtlicher Aufarbeitung. Im Jahr 2022 hatte eine Bafin-Sonderprüfung bei flatexDEGIRO Defizite in der Geschäftsorganisation, im Risikomanagement und in den internen Kontrollsystemen offengelegt, woraufhin die Bonner Behörde neben Prozessauflagen auch einen spürbaren Eigenmittelaufschlag verhängte.

Mit dem vollständigen Wegfall dieses Sonderzuschlags attestiert die Aufsicht dem MDAX-Konzern nun offiziell die Wiederherstellung einer ordnungsgemäßen Geschäftsorganisation. Oliver Behrens, Vorstandsvorsitzender und CEO von flatexDEGIRO, wertet den Schritt als Bestätigung des eingeleiteten Kultur- und Strukturwandels:

"Die erneute Reduzierung des SREP-Aufschlags und insbesondere der vollständige Wegfall des individuellen Kapitalzuschlags sind ein starkes Signal der Aufsicht und bestätigen die erheblichen Fortschritte, die wir seit der Bafin-Sonderprüfung im Jahr 2022 erzielt haben.

Neuer Spielraum für Dividenden, Aktienrückkäufe und Expansion

Aus bilanzieller Sicht bedeutet die Absenkung der P2R-Vorgabe um einen vollen Prozentpunkt eine spürbare Entlastung der regulatorischen Kapitaldecke. Eigenmittel, die bislang zwingend als Puffer für historische Organisationsmängel gebunden waren, stehen dem Institut künftig wieder flexibel zur Verfügung.

Dr. Benon Janos, CEO von flatexDEGIRO, betont die strategischen Implikationen des Entscheids:

"Mit der erfolgreichen Abarbeitung sämtlicher Bafin-Feststellungen in den vergangenen Jahren haben wir unsere Gesamtorganisation konsequent weiterentwickelt und dabei aufsichtliche Prozesse und Kontrollsysteme nachhaltig gestärkt. Dies, sowie die daraus resultierende Absenkung der Eigenmittelanforderungen auf Gruppen-Ebene, erhöht unseren strategischen Handlungsspielraum bei der Kapitalallokation und unterstützt unsere langfristigen Wachstumsambitionen.

Für den Online-Broker, der über die Marken DEGIRO, flatex und ViTrade mehr als 3,5 Millionen Kunden in 16 europäischen Ländern betreut und Kundenvermögen von über 100 Milliarden Euro verwahrt, eröffnet der Schritt neue Handlungsoptionen. Das freigesetzte regulatorische Kapital stärkt nicht nur die Basis für das angestrebte Wachstum im Wertpapierhandel, sondern erweitert zugleich den Spielraum für künftige Aktionärsausschüttungen in Form von Dividenden oder Aktienrückkäufen. Die regulatorische Rehabilitierung beseitigt damit einen der zentralen Bewertungsabschläge, der auf der Aktie des Frankfurter Fintechs lastete.

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