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UniCredit beendet 20-jährige Auslagerung: Wertpapiergeschäft kehrt von Société Générale zurück

UniCredit beendet eine 20-jährige Auslagerung und kauft ihr Wertpapiergeschäft von der Société Générale zurück. Die Mailänder Großbank will damit externe Abhängigkeiten reduzieren und die Hoheit über geschäftskritische Kundendaten zurückgewinnen.

Harry Dörsam

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Harry Dörsam

Veröffentlicht am

20.10.26

um

11:06

Uhr

UniCredit beendet 20-jährige Auslagerung: Wertpapiergeschäft kehrt von Société Générale zurück

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Unicredit

Die italienische Großbank UniCredit holt einen zentralen Baustein ihrer Wertpapierabwicklung zurück ins eigene Haus. Wie aus einem internen Gewerkschaftsdokument hervorgeht über das Reuter zuerst berichtete, plant das Mailänder Institut den Rückkauf seines Geschäfts mit Wertpapierdienstleistungen (Securities Services) von der französischen Société Générale. Mit dem Auslaufen des bisherigen Dienstleistungsvertrags im laufenden Jahr beendet die Bank eine zwei Jahrzehnte währende Auslagerung und vollzieht eine Kehrtwende hin zur Re-Internalisierung operativer Kernprozesse.

Strategische Datenhoheit und verringerte Abhängigkeiten

Hinter der Entscheidung steht ein grundlegender strategischer Paradigmenwechsel. Laut dem Gewerkschaftspapier stuft das Management die Wertpapierabwicklung inzwischen wieder als geschäftskritische Kernaktivität ein, die zwingend in eigener Hand liegen müsse. Durch den Schritt will das Institut nicht nur die operative Abhängigkeit von externen Dienstleistern verringern, sondern vor allem die Nutzung und Auswertung der anfallenden Geschäfts- und Transaktionsdaten optimieren.

In der modernen Bankenlandschaft gelten Abwicklungs- und Depotdaten als strategisches Gut. Der unmittelbare Zugriff auf diese Informationsflüsse ermöglicht es Banken, Kundenbedürfnisse präziser zu analysieren, digitale Schnittstellen schneller weiterzuentwickeln und regulatorische Meldepflichten ohne externe Reibungsverluste zu erfüllen. Der Rückkauf fügt sich damit in die übergeordnete Linie von Konzernchef Andrea Orcel ein, die Wertschöpfungskette der paneuropäischen Bankengruppe zu straffen und die technologische Souveränität des Instituts zu stärken.

Rückkehr nach zwei Jahrzehnten für 54 Beschäftigte

Mit der Vereinbarung schließt sich ein Zyklus, der im Jahr 2006 begann. Damals hatte die Société Générale die Sparte, die sich um die Verwahrung und administrative Betreuung von Anlegerwertpapieren kümmert, von UniCredit im Rahmen einer langfristigen Partnerschaft übernommen. Der damalige Kooperations- und Servicevertrag war exakt bis 2026 befristet.

Von dem Übergang sind nach Angaben des Dokuments 54 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den norditalienischen Standorten Mailand und Turin betroffen, die künftig wieder direkt bei UniCredit angestellt sein werden. Finanzielle Konditionen der Transaktion wurden zunächst nicht öffentlich bekannt; Vertreter beider Institute waren für eine offizielle Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

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