Die Sparkassen-Finanzgruppe und das Portal immowelt bündeln ihre Kräfte in der Immobilienvermarktung. Rund 50 Millionen Sparkassenkunden erhalten Zugriff auf über 150.000 Kaufangebote, während Sparkassen-Objekte künftig auf immowelt gelistet werden.

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Die Sparkassen-Finanzgruppe und das Immobilienportal immowelt gehen eine langfristig angelegte strategische Partnerschaft ein. Im Rahmen der Allianz erhalten die rund 50 Millionen Kundinnen und Kunden der Sparkassen direkten Zugriff auf mehr als 150.000 bei immowelt gelistete Kaufobjekte. Im Gegenzug speist der öffentlich-rechtliche Bankensektor seine rund 20.000 eigenen Immobilienangebote auf der reichweitenstarken Plattform ein. Ziel der Kooperation ist es, die digitale Immobiliensuche nahtlos mit der traditionell starken Finanzierungskompetenz der Institute vor Ort zu verzahnen.
Der Schulterschluss verdeutlicht einen tiefgreifenden Wandel im Markt für Wohnimmobilien. Die klassische Customer Journey beginnt heute praktisch nahezu ausnahmslos im Netz. Kaufinteressenten betreten selten eine Bankfiliale, bevor sie nicht online nach passenden Objekten gesucht und Vergleichsdaten analysiert haben. Wer den Erstkontakt auf den großen Suchplattformen hält, entscheidet maßgeblich darüber, wo die spätere Baufinanzierung abgeschlossen wird.
Für Kreditinstitute wie die Sparkassen ist dieser Zugang von existenzieller Bedeutung. Die Baufinanzierung zählt traditionell zu den wichtigsten Ertragssäulen und Kundenbindungsinstrumenten der Regionalbanken. In den vergangenen Jahren drängten jedoch zunehmend reine Online-Finanzierungsvermittler und Plattformen zwischen die Banken und die Endkunden. Verliert ein Institut den Kontakt am Anfang der Suchkette, sinkt die Wahrscheinlichkeit drastisch, den Kunden im späteren Finanzierungsprozess noch für die eigene Bilanz zu gewinnen. Indem die Sparkassen ihr Angebot direkt in ein reichweitenstarkes Portal einbetten, sichern sie sich die digitale Kundenschnittstelle und begegnen der Gefahr, zu reinen Abwicklern im Hintergrund degradiert zu werden.
Dr. Joachim Schmalzl, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), hebt das Zusammenspiel der Stärken hervor:
"Die Kooperation verbindet zwei starke Seiten des Immobilienmarkts: digitale Reichweite und Finanzierungskompetenz. Die Sparkassen bringen ihre Nähe zu den Menschen und ihre Erfahrung in der Immobilienfinanzierung ein, immowelt den großen Objektbestand. Daraus entsteht ein Angebot, das den Immobilienmarkt für Kundinnen und Kunden einfacher zugänglich macht."
Dr. Michael Stollarz, Vorsitzender der Geschäftsführung der DSV-Gruppe, betont die Effizienzsteigerung im Vertrieb. Die Kooperation erweitere die Reichweite für die Immobilienangebote der Sparkassen spürbar und stärke zugleich den Zugang zu relevanten Services für die Kunden. Die operative Abwicklung und vertragliche Steuerung liegen bei der S-Communication Services GmbH, einem Unternehmen der DSV-Gruppe. Die technologische Integration verantwortet die Finmas GmbH, die auf die digitale Anbindung von Immobilien- und Baufinanzierungsdaten spezialisiert ist.
Für immowelt markiert die Partnerschaft einen wichtigen Meilenstein im Wettbewerb der Immobilienportale. Der Zugriff auf den Kundenstamm der größten Finanzgruppe Europas verschafft der Plattform einen direkten Kanal zu potenziellen Käufern und Verkäufern mit hoher Bonität. Gleichzeitig dürfte die Kooperation das Rennen um die Plattformherrschaft insbesondere zum Platzhirsch ImmobilienScout24 beleben und herausfordern.
Theo Mseka, Geschäftsführer und CEO von immowelt, verweist auf das Potenzial der Zusammenarbeit:
"Dass die größte Finanzgruppe Europas zugleich deutschlandweit lokal tief verwurzelt ist, macht sie als Partner einzigartig. Die Kooperation zeigt, dass wir im Immobiliensektor die gleiche Vision teilen: den Anspruch, stets die besten Services für eine schnelle und reibungslose Vermarktung bieten zu wollen. Die Kundinnen und Kunden der Sparkassen und von immowelt profitieren davon, dass wir unser Know-how und unsere Angebote miteinander verbinden."
Die Kooperation ist auf Langfristigkeit ausgelegt und soll in mehreren Ausbaustufen vertieft werden. Nach dem Start im Kaufsegment ist mittelfristig die Einbindung von Mietangeboten und Neubauprojekten geplant.
Darüber hinaus arbeiten die Partner an der Integration digitaler Mehrwertdienste wie standardisierten Bonitätschecks und Finanzierungszertifikaten. Ein solches Zertifikat signalisiert Maklern und Verkäufern unmittelbar, dass der Interessent über eine gesicherte Finanzierungszusage der Sparkasse verfügt. Damit beschleunigen die Partner den Transaktionsprozess und bauen die Plattform schrittweise zu einem geschlossenen Ökosystem rund um Kauf, Eigentum und Finanzierung aus.

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