Die DWS erzielt im zweiten Quartal 2026 mit 1,19 Billionen Euro verwaltetem Vermögen einen historischen Rekord. Starke ETF-Zuflüsse kompensieren den vierteljährlichen Gewinnrückgang.

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Eigene Erstellung auf Basis von KI (OpenAI), Logorechte: DWS Group
Der Frankfurter Vermögensverwalter DWS setzt seinen Wachstumskurs fort und verzeichnet beim verwalteten Vermögen einen neuen historischen Höchststand. Wie die Deutsche-Bank-Tochter bekannt gab, kletterten die verwalteten Kundengelder bis Ende Juni 2026 auf die Rekordmarke von 1,19 Billionen Euro. Angetrieben von einer starken Dynamik im Passivgeschäft und deutlichen Zuflüssen bei Cash-Produkten sammelte das Institut im zweiten Quartal frisches Kapital von insgesamt 24,8 Milliarden Euro ein. Obwohl ein Timing-Effekt bei den Erträgen den Gewinn im Quartalsvergleich leicht bremste, lieferte die DWS das stärkste erste Halbjahr ihrer Unternehmensgeschichte ab.
Das signifikante Wachstum des verwalteten Vermögens um 97 Milliarden Euro gegenüber dem ersten Quartal basiert auf einer Kombination aus positiven Markt- und Wechselkurseffekten sowie anhaltend hohen Mittelzuflüssen. Allein das langfristig verwaltete Vermögen ohne Cash-Produkte stieg auf 1,049 Billionen Euro. Haupttreiber dieser Entwicklung war erneut die Passivsparte rund um die ETF-Marke Xtrackers, die im zweiten Quartal hohe Zuflüsse von 11,7 Milliarden Euro generierte.
Auch das aktive Aktienmanagement überzeugte mit Zuflüssen von 1,1 Milliarden Euro und verzeichnete das beste Quartalsergebnis seit sechs Jahren. Im Bereich der Cash-Produkte verbuchte die DWS einen Nettozuwachs von 12,9 Milliarden Euro. Dagegen standen leichte Abflüsse bei festverzinslichen Anleihefonds sowie im Alternatives-Segment, wo Kapitalrückzahlungen nach erfolgreichen Immobilien- und Infrastrukturverkäufen zu Buche schlugen. Insgesamt summierten sich die Nettomittelzuflüsse in den ersten sechs Monaten auf den Rekordwert von 35,8 Milliarden Euro.
Stefan Hoops, CEO der DWS, ordnet die operative Entwicklung des abgelaufenen Jahresviertels wie folgt ein:
"Die DWS hat im zweiten Quartal wieder an Tempo zugelegt, angetrieben von den strategischen Anpassungen, die wir Anfang des Jahres vorgenommen hatten. Das verwaltete Vermögen ist auf einem neuen Höchststand, die Nettomittelzuflüsse haben sich deutlich verbessert und wir haben das beste erste Halbjahr in der Geschichte der DWS abgeliefert."
Trotz des historischen Mittelaufkommens gab der operative Gewinn im direkten Vergleich zum Auftaktquartal leicht nach. Das den Aktionären zurechenbare Konzernergebnis sank im zweiten Quartal um zehn Prozent auf 237 Millionen Euro, während die Erträge um sechs Prozent auf 773 Millionen Euro nachgaben. Dieser Rückgang geht primär auf einen kalkulierten Timing-Effekt zurück: Im ersten Quartal hatte eine hohe Performancegebühr im Infrastrukturbereich die Erträge einmalig nach oben geschraubt, die im zweiten Jahresviertel erwartungsgemäß ausblieb. Demgegenüber legten die wiederkehrenden Managementgebühren dank des höheren Anlagevolumens um fünf Prozent zu.
Auf der Kostenseite verzeichnete das Institut im zweiten Quartal einen Anstieg um fünf Prozent auf 468 Millionen Euro. Dies lag vor allem an wachstumsbedingten Dienstleistungskosten sowie rechnerischen Effekten durch den gestiegenen Aktienkurs der DWS, während der reine Personalaufwand reduziert werden konnte. In der Folge verschlechterte sich die Aufwand-Ertrag-Relation im zweiten Quartal auf 60,5 Prozent, liegt aber auf Halbjahressicht mit 57,2 Prozent voll im Soll der internen Jahresziele.
Mit Blick auf die ersten sechs Monate zeigt sich die fundamentale Stärke des Vermögensverwalters. Auf Halbjahressicht schoss der Nettogewinn um 21 Prozent auf 501 Millionen Euro nach oben, während der Vorsteuergewinn um 16 Prozent auf 682 Millionen Euro zulegte.
Markus Kobler, CFO der DWS, streicht die operative Marge und die finanzielle Disziplin des Konzerns heraus:
"Erfolg im Asset Management beruht auf diszipliniertem Ressourcenmanagement und der Fähigkeit, Erträge organisch zu steigern. Diesen Weg haben wir im zweiten Quartal konsequent fortgesetzt: Die Managementgebühren legten gegenüber dem Vorquartal um 5 Prozent und im Jahresvergleich um 13 Prozent zu. Dies führte im ersten Halbjahr zu einem Wachstum des Ergebnisses je Aktie um 21 Prozent sowie zu einer Aufwand-Ertrag-Relation von 57,2 Prozent."
Vor diesem Hintergrund bestätigte das Management die Prognose für das Gesamtjahr 2026. Unter der Prämisse eines weiterhin unterstützenden Marktumfelds hält die DWS an ihrem Ziel fest, den Gewinn je Aktie im Jahresvergleich um zehn bis 15 Prozent zu steigern.
Um das internationale Wachstum weiter zu forcieren, hat die DWS im zweiten Quartal zentrale Führungsrollen neu geordnet. Dirk Görgen übernahm die neu geschaffene Position des Chief Commercial Officer (CCO), um den weltweiten Vertrieb, die Ertragssteuerung sowie den europäischen Heimatmarkt zentral zu bündeln. Parallel verlegte Chefanlagestratege Enzo Vedda seinen Dienstsitz nach New York, um als Vorstand die Verantwortung für den strategisch wichtigen US-Markt vor Ort zu übernehmen.
Zudem unterstrich die DWS im Juli ihre Position im Geschäft mit professionellen Anlegern. Ein Konsortium unter Führung des Frankfurter Vermögensverwalters erhielt von den Bundesländern Hessen und Baden-Württemberg sowie dem Bund den Zuschlag für die Verwaltung eines indexbasierten Investmentfonds für Pensionsrücklagen. Der nachhaltig ausgerichtete Spezialfonds soll ein angestrebtes Volumen von drei bis sechs Milliarden Euro umfassen, wobei die DekaBank als Verwahrstelle und STOXX als Indexanbieter fungieren.

Der Zahlungsdienstleister Visa streicht rund 2.600 Stellen. Trotz starker Quartalszahlen setzt CEO Ryan McInerney auf KI-Effizienz und richtet den Konzern neu aus.

Überraschender Rekordgewinn bei der Deutschen Bank: Dank eines Booms im Investmentbanking steigt der Vorsteuergewinn im zweiten Quartal 2026 auf 2,68 Milliarden Euro.