Atruvia komplettiert den Vorstandsumbau: Der ehemalige BayernLB-Finanzchef Markus Wiegelmann übernimmt ab Januar das Ressort Finanzen und Personal. Mit dem erfahrenen Banker steht das neue Führungsteam des IT-Dienstleisters endgültig.

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Atruvia
Das Personalkarussell beim zentralen IT-Dienstleister der Genossenschaftsbanken kommt zum Stehen – und das mit einer gewichtigen Besetzung. Atruvia hat die letzte Lücke in seinem neu formierten Vorstand geschlossen. Wie das Unternehmen am Mittwochvormittag bekannt gab, wechselt Markus Wiegelmann zum Januar 2026 in die Führungsriege des Karlsruher Technologiekonzerns.
Mit dem 56-Jährigen holt sich der IT-Dienstleister, der als digitales Rückgrat für rund 650 Volks- und Raiffeisenbanken fungiert, tiefgreifende Bankexpertise an Bord. Wiegelmann wird das Ressort „Finance, Regulation & HR“ verantworten und zudem die Funktion des Arbeitsdirektors übernehmen. Damit ist der umfassende Umbau der Führungsspitze, der das Jahr 2025 bei Atruvia prägte, offiziell abgeschlossen.
Die Personalie ist ein Ausrufezeichen: Wiegelmann war bis Juni dieses Jahres Finanzvorstand der Bayerischen Landesbank (BayernLB). Er blickt auf eine über 20-jährige Karriere bei der Landesbank zurück, davon gut ein Jahrzehnt im Vorstand. Zuvor war er für die Deutsche Bank tätig. Dass ein hochkarätiger Landesbank-CFO zu einem IT-Dienstleister wechselt, unterstreicht die wachsende Bedeutung von regulatorischer Sicherheit und finanzieller Steuerung in der Tech-Branche.
Bei Atruvia tritt er ein schweres Erbe an. Er folgt auf Martin Beyer, der als Finanzvorstand und Co-Vorstandssprecher eine prägende Figur des Unternehmens war und das Haus im Sommer im Alter von 62 Jahren verlassen hatte – laut damaliger Mitteilung einvernehmlich und mit großer gegenseitiger Wertschätzung.
Mit Wiegelmanns Antritt ist das Vorstandsteam um den Vorsitzenden Ulrich Coenen, der das Unternehmen seit Juli allein führt, wieder komplett. Die neue Mannschaft spiegelt einen Mix aus interner Erfahrung und externen Impulsen wider:
Interessant ist der Mix der Herkünfte: Während Coenen und Japec eine Vergangenheit bei der Commerzbank haben, bringt Wiegelmann nun die Landesbank-Sicht ein. Dies dürfte für die Atruvia, die aus der Fusion von Fiducia und GAD entstand und heute inklusive Töchtern wie Ratiodata rund 10.000 Mitarbeiter beschäftigt, von strategischem Vorteil sein. Als Betreiber des Kernbankensystems und der Banking-App für den genossenschaftlichen Sektor muss das Unternehmen den Spagat zwischen technischer Innovation und strenger Bankenregulierung meistern – eine Aufgabe, für die der neue Finanz- und Regulierungsvorstand prädestiniert scheint.

BBVA und OpenAI schmieden eine historische Allianz: Die spanische Großbank integriert KI tief in ihre Prozesse und rollt ChatGPT Enterprise für alle 120.000 Mitarbeiter aus.

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Ritterschlag für das Berliner Fintech: Mondu sichert sich eine Kreditfazilität von 100 Millionen Euro von J.P. Morgan Payments. Gleichzeitig tritt das Startup dem Partnernetzwerk der US-Bank bei, um seine B2B-Zahlungslösungen europaweit an deren Firmenkunden zu vertreiben.