PAIR Finance expandiert nach Norwegen und erschließt seinen 13. europäischen Markt. Das Berliner KI-Fintech eröffnet ein Büro in Oslo und setzt auf ein erfahrenes Nordics-Führungsteam rund um Ex-Klarna-Manager Fredrik Green.

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PAIR Finance
Das Berliner Fintech PAIR Finance treibt seine internationale Expansion voran und betritt mit Norwegen seinen mittlerweile 13. europäischen Markt. Die Plattform für KI-basiertes Forderungsmanagement eröffnet einen Standort im Osloer Finanzviertel und baut ein lokales Team auf, um nach dem schwedischen Markteintritt im Jahr 2024 die Präsenz in den nordischen Ländern auszuweiten. Das Unternehmen zielt in dem hochgradig digitalisierten Markt darauf ab, die Lücke zwischen modernen mobilen Zahlungsgewohnheiten und traditionell analogen Inkassomethoden zu schließen.
Für den Vorstoß nach Skandinavien setzt das Unternehmen auf lokales Branchen-Know-how. Die Leitung als Managing Director für Norwegen übernimmt Fredrik Green, der bereits das schwedische Geschäft von PAIR Finance verantwortet. Green verfügt über langjährige Erfahrung im nordischen E-Commerce- und Zahlungssektor und begleitete unter anderem den Aufbau des schwedischen Zahlungsdienstleisters Klarna in Norwegen.
Verstärkt wird das Führungsteam durch Mattias Vestman, der nach elf Jahren beim skandinavischen Forderungsdienstleister Sergel Group – zuletzt als Nordic Chief Commercial Officer – zu dem Berliner Fintech wechselt. Das eingespielte Führungsteam soll von Oslo aus das Geschäft für den gesamten skandinavischen Raum skalieren.
Der Eintritt in den norwegischen Markt erfolgt vor dem Hintergrund einer nahezu vollständig bargeldlosen Gesellschaft, in der mobile Bezahlverfahren wie Vipps oder Apple Pay den Alltag dominieren. Traditionelle Inkassodienstleister agieren hier nach Ansicht von PAIR Finance noch immer mit veralteten, analogen Methoden.
Das Fintech setzt dem ein algorithmisches System entgegen: Auf Basis von maschinellem Lernen, Verhaltenspsychologie und Datenanalysen passt die Plattform die Kommunikation dynamisch an die jeweilige Person an. Berücksichtigt werden dabei laut dem Unternehmen sechs Parameter: Tonalität, Versandzeitpunkt, Kommunikationskanal, Frequenz, Stil und die angebotenen Zahlungsoptionen. Eingehende Rückmeldungen werden über ein hauseigenes Sprachmodell (Collection LLM) verarbeitet, das mit Daten aus über zehn Millionen Fällen trainiert wurde. Für den weiteren Kommunikationsverlauf nutzt das System Reinforcement Learning, um aus rund 30.000 möglichen Kommunikationspfaden die erfolgversprechendste Strategie abzuleiten – von flexiblen Ratenzahlungsangeboten bis hin zu direkten mobilen Bezahl-Links.
Stephan Stricker, Gründer und CEO der PAIR Finance Group, sieht im skandinavischen Markt ein ideales Einsatzfeld für die eigene Technologie:
"Die Regeln im Inkasso stammen aus dem analogen Zeitalter, und in Norwegen sieht man besonders deutlich, wie groß die Lücke ist: Verbraucher erwarten, dass alles auf dem Smartphone läuft, doch die Branche verschickt noch immer dieselben Briefe an alle. Genau diese Lücke wollen wir schließen."
Ziel sei es, Vorreiter im nordischen Inkassomarkt zu werden. Das Institut verweist auf Realisierungsquoten, die im Schnitt zehn bis 15 Prozent über denen klassischer Anbieter liegen, bei gleichzeitig hoher Kundenzufriedenheit. Insbesondere für digital getriebene Branchen wie E-Commerce, Telekommunikation, Mobilitätsanbieter und Abonnement-Dienste erweise sich dieser Ansatz als vorteilhaft: Da Neukundenakquisen kostenintensiv sind, verhindert eine kooperative und digitale Ansprache im Verzugsfall, dass säumige Zahler die Kundenbeziehung nach Begleichung der Forderung dauerhaft beenden.
Nach den Expansionen nach Polen, Schweden, Italien und Rumänien untermauert PAIR Finance mit dem Markteintritt in Oslo seine Ambitionen, die eigene Plattform als paneuropäischen Standard für über 600 Unternehmenskunden zu etablieren.

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